07/01/2026
MBSE ist kein Toolprojekt, sondern ein Kulturwandel! ⚠️
Die zunehmende Softwarelast moderner Fahrzeuge zwingt Entwicklungsorganisationen dazu, Komplexität neu zu beherrschen. Das Whitepaper „Praxisnahe Einführung von Model-based Systems Engineering – Vorgehen und Lessons Learnt“ von fortiss, der Technische Universität München, der Technische Universität Berlin und Qualicen GmbH zeigt klar: MBSE ist kein Selbstzweck, sondern eine Antwort auf verteilte Entwicklung, steigende Sicherheitsanforderungen und immer kürzere Innovationszyklen.
Zentral ist dabei der Perspektivwechsel weg von dokumentenzentrierter Entwicklung hin zu konsistenten, durchgängigen Modellen. Anforderungen, Funktionen, Architektur und Implementierung werden nicht mehr isoliert betrachtet, sondern systematisch miteinander verknüpft. Das reduziert Reibungsverluste, technisch wie organisatorisch, und schafft Transparenz über den gesamten Lebenszyklus cyber-physischer Systeme.
Besonders relevant für die Automobilindustrie: Das Whitepaper macht deutlich, dass MBSE-Einführungen häufig nicht an der Methodik scheitern, sondern an fehlender Management-Unterstützung, unklaren Rollenkonzepten und mangelnder Akzeptanz. Erfolgreich ist MBSE dort, wo es schrittweise eingeführt, mit Qualifizierung begleitet und als Teil eines umfassenden Transformationsprozesses verstanden wird.
Die eigentliche Frage ist daher weniger, ob MBSE eingesetzt wird, sondern wie konsequent Organisationen bereit sind, ihre Entwicklungslogik zu verändern.
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