23/01/2024
Treiben gut erklärt!
Das Pferd vorm Schenkel, vor den treibenden Hilfen haben.
Das ist eine wichtige Grundvoraussetzung für gutes Reiten. Achtet darauf, dass die Pferde die treibenden Hilfen willig annehmen. Das ist erst einmal wichtiger, als alles, was "vorn" passiert.
Voraussetzung: ein gesundes Pferd und passendes Equipment. Kein Dauertreiben, eher ein Mitatmen des Schenkels, im Schritt mitatmend wechselseitig, im Trab beidseits gleichzeitig im Moment der "Aufwärtsbewegung" im Sitz, im Galopp vorherrschend innen.
Zum kurzzeitig! AKTIVEN Treiben einen beidseitigen Impuls am Gurt geben und auf eine Reaktion bestehen. Durchaus in allen Gangarten, es kann dabei allerdings im Schritt passieren, dass das Pferd antrabt. Um so besser! Dann wieder ruhig durchparieren und Schreiten lassen, dann reicht meist wieder das passive Mitatmen.
Auch hier müssen wir selbst reaktionsschnell sein. Kommt keine Reaktion des Pferdes, dann sofort ein etwas deutlicherer Impuls und ggf. über ergänzende Hilfen arbeiten. Ein kurzes Schnalzen, ein kurzer Spornreiz vorn oder ein kurzes Touchieren mit der Gerte idealerweise hinter dem Schenkel.
Der Impuls wird primär mit der flachen Wade gegeben, nicht mit der Ferse oder dem Absatz! Und: weiter hinten ist NICHT besser, weiter hinten wirkt der Schenkelimpuls eher seitwärts oder versammelnd. Sehr viele Reiter triebiger Pferden nehmen beide Unterschenkel deutlich zurück, in der irrigen Annahme, dort würde die Hilfe dann "besser" wirken.
TREIBENDE HILFE IMMER VORN AM GURT!
Kurzzeitig angewendet idealerweise beidseits gleichzeitig, dann wirken wir auf das Standbein ein, das kräftiger abstoßen soll und auf das Schwungbein, das weiter vorfußen soll. Beschleunigen tut immer das Standbein! Wie beim Sprinter! (nachzulesen auch im Seunig!) Nur der vorwärtsseitwärtstreibende Schenkel muss das gleichseitige Hinterbein im Moment des Abfußens ansprechen.
Kein Dauertreiben außer dem passiven Mitatmen des Schenkels! Bei Erfolg einer AKTIVEN treibenden Schenkelhilfe muss diese wieder aussetzen, wie alle Hilfen. Sonst stumpfen die Pferde ab. Beim jungen Pferd von unten unterstützen, die Jungen müssen den Zusammenhang "Schenkelimpuls=vorwärts" ja erst einmal verstehen.
Ein Pferd sollte sich einerseits treiben lassen, darf vor dem Schenkel nicht fliehen, sollte aber auf Aufforderung des Reiters auch frisch und motiviert antreten.
Der Reiter darf hierbei aber weder quetschen, noch klemmen noch dauerhaft drücken.
Ein Pferd, dass sauber vorm Schenkel ist, kann mit dem sanftem Impuls der flachen Wade geritten werden!
Achtet mal darauf.
im Sinne der Pferde
Dr. Dagmar Ciolek