08/12/2011
Die Zunft des Tischlers bzw. Schreiners
(Einen Unterschied gibt es nicht. Die Bezeichnungen sind durch regionale Namensgebungen begründet)
Holzmöbel waren schon den Ägyptern (ca. 3000-1000 v. Chr.) bekannt. Sie besaßen schon eine hoch entwickelte Kenntnis über die Holzverarbeitung.
Die Griechen (ca. 1000 v. Chr.) und die Römer (ca. 0-1000 n.Chr.) verbesserten die Techniken.
Holz wurde schon in frühester Zeit für die Herstellung von Gebrauchsgegenständen und für den Bau von Unterkünften verwendet. Seit etwa Beginn des 9. Jahrhunderts ist der Beruf des Tischlers (Schreiners) bekannt. Vorher war der Zimmerer mit den anfallenden Holzarbeiten betraut.
Ab dem 12. Jahrhundert nahmen die Ansprüche an die Gestaltung der Möblierung zu. Die grobe Fertigung der Zimmerleute konnte die Bürger nicht mehr zufrieden stellen und es entstand das Tischler- bzw. Schreinerhandwerk.
Mit der Erfindung der Sägemühle im 14. Jahrhundert wurde es möglich dünne Bretter zu schneiden. Dies stellte eine der markantesten Einschnitte im Möbelbau dar.
Zünfte regelten ab dem 13. Jahrhundert den Berufsstand der Tischler und gaben dem Handwerk somit eine Ordnung, welche schon die Aufteilung Lehrling, Geselle und Meister kannte.
Das Handwerk erlebte seine Blüte und wurde zur Kunst. Die Zunft überwachte die Lehrlingsausbildung und verlieh die Ehre des Meisters. Um den Wettbewerb zu unterbinden, griffen die Zünfte zu unsinnigen Maßnahmen. Die Aufnahme in die Zunft wurde versteuert, das Lehrgeld wurde erhöht und die Lehrzeit willkürlich verlängert. Zur Erlangung des Meistertitels musste der Geselle mehrere Meisterstücke erstellen. Schließlich konnte nur noch Meister werden, wer eine Meistertochter heiratete.
Wer ein zünftiges Gewerbe ausübte, ohne sich um die erschwerten Bedingungen zu kümmern, wurde auf Antrag der Zunft als Sudler oder Pfuscher von der Obrigkeit verfolgt.
Immer mehr und mehr Tischler konnten ihr Handwerk – aufgrund dieser Bedingungen – nicht mehr ausüben und forderten ihr Recht. Die Proteste nahmen ein Ausmaß, das stattliches Eingreifen notwendig war.
1810 führte der Staat die Gewerbefreiheit ein; es folgte am 26. 07. 1897 die Gewerbeordnung und das Schicksal der Zünfte war besiegelt. Im Grund besitzt diese – selbstverständlich mit zahllosen Änderungen – immer noch Gültigkeit.
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