05/03/2026
Handwerksleistungen müssen bezahlbar bleiben
Zum Auftakt von und Internationaler (IHM) richtet das Handwerk den Blick nicht nur auf Innovationen wie Künstliche Intelligenz, sondern vor allem auch auf die wirtschaftspolitischen Standortbedingungen für die Betriebe. Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen beschreibt ZDH-Präsident Jörg Dittrich die angespannte Lage vieler Betriebe. Steigende Sozialabgaben und immer noch weiter wachsende bürokratische Anforderungen belasteten insbesondere das lohnintensive Handwerk erheblich. „Ein Dachdecker muss inzwischen fünf Stunden arbeiten, um sich eine Stunde seiner eigenen Arbeit leisten zu können. Das Verhältnis ist doch nicht stimmig“, veranschaulicht ZDH-Präsident Jörg Dittrich in der Augsburger Allgemeine das Dilemma.
Gerade für das Handwerk als sei es entscheidend, dass die Lohnzusatzkosten keinesfalls weiter steigen, da sonst handwerkliche Leistungen und Produkte für viele Kunden kaum noch bezahlbar wären. Zugleich müsse die Bürokratie deutlich stärker als bisher zurückgeführt und die Gesamtbelastung der Betriebe gesenkt werden, um die Investitionsbereitschaft nicht weiter zu dämpfen. Wenig Zuversicht verbreite in diesem Zusammenhang das kürzlich verabschiedete Tariftreuegesetz, das „ganz viel zusätzlichen Aufwand für Betriebe mit sich bringen“ werde. Bei öffentlichen Ausschreibungen müssten Unternehmen künftig nachweisen, dass sie Tarif zahlen oder vergleichbare Arbeitsbedingungen bieten. Dittrich bezweifelt, „dass das der Hebel ist, um die Tarifbindung zu erhöhen oder die Wirtschaft anzukurbeln“.
An die schwarz-rote richtet das Handwerk die Erwartung, strukturelle Reformen einzuleiten, um die wieder zu begrenzen und insgesamt den Belastungsdruck von Betrieben und Beschäftigten zu reduzieren. Zudem müsse die betriebliche Praxis bei der Gesetzgebung stärker in den Mittelpunkt rücken.
Trotz dieser schwierigen Standortbedingungen sieht der Handwerkspräsident für die Branche grundsätzlich gute Perspektiven. Das Handwerk könne auch für Beschäftigte aus der Industrie attraktive Arbeitsmöglichkeiten bieten. Technologische Entwicklungen wie KI und Robotik würden als Unterstützung verstanden, um Handwerkerinnen und Handwerker zu entlasten. Das handwerkliche Können selbst könnten sie jedoch nicht ersetzen.
https://www.zdh.de/presse/veroeffentlichungen/interviews-und-statements/handwerksleistungen-bezahlbar-halten/
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