20/02/2016
Wo fange ich an oder noch besser WIE fange ich an? Die politischen oder auch problematischen Marktbedingungen für erneuerbare Energien in Deutschland sind seit Längerem nicht mehr auf dem Niveau, auf dem sie einst waren, so dass man vom „Goldrausch“ reden könnte, wie es so gerne in der Presse immer genannt wird. Aber sind das wirklich Probleme?
Mal wieder hat mich eins meiner letzten Projekte unter Anderem weg von Schadensfällen und Problemen an heimischen Photovoltaikanlagen über die Grenzen dieser politischen Marktbedingungen hinaus in eins der wohl ärmsten Länder dieser Erde nach Afrika, genauer gesagt in die Hauptstadt Bamakos, also Mali, geführt. Dort spricht man bei politischen Problemen nur vom alltäglich gegenwärtigen Terror, Krieg, von Anschlägen und Bedrohung, sowie dem täglichen Umgang mit der ständig herrschenden Angst unter menschenunwürdigen Lebensbedingungen zu überleben. Rendite? Einspeisevergütung? Elektrizität? Da ist man nicht nur hier ganz weit von weg.
Aber genau hier bekommt die Photovoltaik und unsere Einsätze unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nation ganz andere Bedeutung. Weit weg von Einspeisevergütung, garantierten 20 Jahre Rendite oder möglichst hohem Eigenverbrauch, um zu sparen was geht, geht es hier darum, die photovoltaische Anlagentechnik zumindest für Dinge nutzbar zu machen, die bei uns als ein Bruchteil von „Lebensstandard“ bezeichnet werden. Man stelle sich die Augen von Menschen vor, die weniger als 50€ im Monat bei knechtender, tagtäglicher Schwerstarbeit haben (wir reden hier von einer 7! Tage Woche) und die weder fließend Wasser und Brot, geschweige denn ein Grundverständnis der Elektrizität kennen. Diesen Menschen habe ich gezeigt, dass man mit einem kleinen Solarsystem mit Batteriespeicher an jedem Ort der Wüste sein Essen sogar auch ohne Sonne warm machen kann, sofern man denn überhaupt etwas zu Essen hat. Im Rahmen eines Einsatzes der Vereinten Nationen vom UNDP, der hier übrigens nur unter ständig begleitetem, diplomatisch und militärischen Personenschutz möglich war, habe ich ausgewählte örtliche Mitarbeiter der UN darin geschult, wie man hunderte solcher kleinen Komplett-Solar-Akkusysteme unter Einhaltung eines gewissen akzeptablen Mindeststandards korrekt installiert und sinnvoll nutzen kann. Und zwar für die dort lebenden Menschen sinnvoll nutzen kann, die bisher keinen Zugang zu Elektrizität im Gesamten haben. Diese Systeme werden verstreut über die gesamte Wüste Malis installiert, da insbesondere das Laden von Mobilfunktelefonen, Funkgeräten oder Satellitentelefonen gerade in der Wüste schnell überlebenswichtig sein kann. Haben Sie schon einmal versucht, mit einem Schweizer Messer eine Photovoltaikanlage mit Batteriesystem in der Wüste zu installieren? Gut, dass ich mein eigenes Werkzeug dabei hatte. Man kann sich schon vorstellen, was es für diese Menschen bedeuten muss solche Systeme zu erhalten und nutzen zu können, wenn man in diesem Land noch nicht einmal für uns normales Elektroinstallateurs-Handwerkzeug kaufen kann. Geschweige denn, welchen enormen Nutzen diese Menschen aus der solaren Elektrifizierung gewinnen können.
Wenn man dies mit den eigenen Augen sieht, bekommt man einen ganz anderen Eindruck von den bei uns herrschenden, schwierigen „politischen Marktbedingungen“ und der, wie es in der Presse steht, negativen Zukunft der erneuerbaren Energien.
In Anbetracht der aktuellen Flüchtlingswelle kann ich verstehen, warum diese Menschen ihr Leben, in dem Versuch dort zu entkommen, um hier Unterschlupf zu bekommen, riskieren.
Außergewöhnliche Aufgabenstellungen wie dieses Projekt hier, bedürfen außergewöhnlichem Einsatz und Fähigkeiten nebst Erfahrungen über den Tellerrand hinaus.
Diesen und anderen Problemen rund um das Thema der photovoltaischen Anlagentechnik stellen wir uns!
Sprechen auch Sie uns an. REactive experts, das Technik-und Sachverständigenbüro.