13/12/2025
Als ich heute losging, hatte ich eigentlich vor, Klarheit zu finden. Gedanken zu ordnen. Mich auszurichten.
Doch schon nach den ersten Schritten war klar: Heute gibt es keinen Weitblick.
Der Nebel lag dicht zwischen den Bäumen – und genauso dicht in meinem Kopf.
Kein klarer Gedanke.
Alles wirkte dumpf, schwer, verlangsamt.
Dieses innere „Es geht gerade nichts weiter.“
Und dann blieb ich stehen.
Nicht, um weiterzudenken – sondern um hinzuhören.
Was, wenn der Nebel kein Hindernis ist?
Was, wenn er eine Einladung ist?
Nicht nach außen zu schauen.
Nicht vorauszuplanen.
Nicht alles verstehen zu müssen.
Sondern bei mir zu bleiben.
Je länger ich ging, desto freundlicher wurde dieser Gedanke.
Vielleicht muss ich heute gar nicht alles sehen.
Vielleicht darf ich heute fühlen.
Still werden.
Mich sammeln.
Und irgendwann, fast beiläufig, war sie wieder da – diese Erinnerung:
Dass hinter jedem Nebel die Sonne wartet.
Ganz sicher. Auch wenn ich sie gerade nicht sehen kann.
Und dann dieses kleine Wortspiel, das ich so liebe:
Dreh das Wort Nebel einmal um.
Was entsteht?
Leben.
Vielleicht ist der Nebel nicht das Gegenteil vom Leben.
Vielleicht gehört er dazu.
Als Phase.
Als Pause.
Als leiser Übergang.
Und vielleicht reicht das für heute.