Systemisches Coaching Fabian Neuwahl

Systemisches Coaching Fabian Neuwahl Als Coach unterstütze ich Dich dabei, Lösungen für private/berufliche Herausforderungen zu finden.

Miser Catulle, desinas ineptire,et quod vides perisse perditum ducas. Armer Catull, hör auf mit dem Wahnsinnund versteh‘...
27/06/2025

Miser Catulle, desinas ineptire,
et quod vides perisse perditum ducas.

Armer Catull, hör auf mit dem Wahnsinn
und versteh‘: Vergangen ist, was sich dir als vergangen zeigt.

Catull, Carmina 8,1f.

Fast schroff spricht Catull zu sich selbst. Er ringt mit dem Verstand, der längst verstanden hat, und einem Teil in sich, der sich weigert, die Realität zu akzeptieren.

Loslassen klingt wie ein einfacher Akt.

Aber das ist es selten. Denn was wir loslassen sollen (oder wollen), ist oft nicht nur eine Lebenssituation oder ein Verhaltensmuster, sondern eine Idee davon, wer wir waren oder sein wollten (in meinem Fall: Hochschuldozent).

Sie ist ein Teil von uns, in dem wir uns eingerichtet haben. Eine Vorstellung, die trug, bis sie es nicht mehr tat – und auch noch darüber hinaus.

Mit Coachees spreche ich genau über diese Vorstellungen.

Nicht, weil sie nicht wüssten, was zu tun ist. Sondern weil sie spüren, was es kosten würde: Ein Abschied, nicht nur von jemand anderem, sondern von einem Teil des eigenen Selbst.

Und ein solcher Abschied ist mehr als eine einmalige Entscheidung. Er ist ein Prozess. Manchmal schmerzhaft. Und oft nicht linear.

Systemisches Coaching heißt in solchen Momenten nicht, Optionen durchzugehen oder Entscheidungen zu forcieren. Es heißt, den inneren Raum zu öffnen, in dem eine Erfahrung Platz bekommt, ohne sie sofort auflösen zu müssen.

Es geht nicht um „Los jetzt“, sondern um die Frage „Wie?“.

Wie kann ich anerkennen, dass etwas zu Ende ist oder zu Ende gehen muss, ohne mich selbst bzw. diesen Teil von mir zu entwerten? Wie kann ich den Verlust betrauern, ohne in der Vergangenheit zu bleiben?

Catull beschimpft sich selbst, um sich zur Vernunft zu zwingen. Wir dürfen heute anders mit uns sprechen. Behutsamer. Ohne Augenwischerei, sondern mit Achtung vor dem, was einmal bedeutungsvoll war.

Denn nur was gewürdigt wird, lässt sich wirklich gehen lassen.
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🤔 Woran hältst Du noch fest, obwohl Du längst weißt, dass es Dich zurückhält? Und was bräuchtest Du, um nicht nur zu verstehen, sondern auch zu spüren, dass es vorbei ist?


Systemisches Coaching Fabian Neuwahl.
Deine Wahl. Deine Zeit. Deine Veränderung.


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Der Todenkopf eine Weltkugel… Georg Christoph Lichtenberg - Sudelbücher    Nur vier Worte. Und doch begegnen sich hier A...
20/06/2025

Der Todenkopf eine Weltkugel…

Georg Christoph Lichtenberg - Sudelbücher




Nur vier Worte. Und doch begegnen sich hier Anatomie und philosophisches Weltverständnis, Individuum und Welt.

Lichtenberg sieht im Schädel den Globus gespiegelt. In der Form unseres Kopfes die Form der Welt. Das ist ein poetisches Bild, aber auch ein radikal systemischer Gedanke: Der Mensch ist keine isolierte Einheit. Er ist Teil eines größeren Ganzen. Und was in ihm geschieht, steht nie ganz für sich allein.

Nüchtern betrachtet ist der Schädel ein Stück Biologie. In ihm sitzt die Basis für unser Denken, das, was Beziehungen schafft, Entscheidungen trifft, sich nach (Be-)Deutung sehnt. Und jede unserer Handlungen hat Auswirkungen: auf unser Umfeld und unsere Zukunft.

Was Lichtenberg indirekt beschreibt, ist eine Grundannahme im systemischen Coaching: Wir Menschen sind nie allein zu betrachten. Jede Veränderung in uns hat Konsequenzen um uns herum.

Ein Gedanke verändert eine Haltung. Eine Haltung verändert ein Verhalten. Und ein Verhalten verändert das System, in dem es stattfindet - ob in einem Team, in einer Familie, in einem Unternehmen.

Deshalb frage ich im Coaching nicht nur: Was willst Du verändern und was wäre ein erster Schritt? Sondern auch: Was verändert sich mit Dir und diesem Schritt für andere? Und was brauchst Du / braucht ihr als System, damit diese Veränderung nicht nur gedacht oder einmalig gewagt, sondern langfristig getragen werden kann?

Systemisches Coaching heißt, Kontexte mitzudenken. Nicht nur den Einzelnen zu sehen, sondern auch das Gewebe, in dem er/sie sich bewegt. Und manchmal auch: die Muster zu erkennen, in denen er/sie gefangen ist, ohne es zu merken.
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🤔 Was bedeutet für dich: Teil eines Systems zu sein? Und wo spürst du es am stärksten oder am wenigsten?

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Nec sicci sint oculi amisso amico nec fluant; lacrimandum est, non plorandum.   Weder sollen deine Augen trocken sein no...
13/06/2025

Nec sicci sint oculi amisso amico nec fluant; lacrimandum est, non plorandum.



Weder sollen deine Augen trocken sein noch vor Tränen überquellen angesichts des Verlusts eines Freundes; weinen soll man, nicht klagen.

Seneca, Epistulae Morales

Ein Satz, der in seiner brutalen Direktheit die jüngere stoische Lehre auf den Punkt bringt. Seneca erlaubt das Weinen, aber nicht den Kontrollverlust. Gefühle sind erlaubt, aber bitte mit Maß.

Was hier wie ein ethischer Kompass klingt, ist zugleich Ausdruck eines Ideals, das bis heute nachwirkt: Gefühle ja, aber bitte nicht zu viel. Nicht zu laut. Nicht zu lange.

Diese Haltung begegnet mir auch im Coaching. Menschen, die viel leisten und dafür bisweilen viel unterdrücken. Bis der Raum endlich da ist. Dann reichen manchmal wenige Minuten, und die Tränen fließen. Nicht aus Schwäche. Nicht aus Überforderung. Sondern weil im gegebenen Raum etwas berührt wird, das sonst keinen Platz hat. Und weil hier kein Urteil zu fürchten ist.

Tränen sind für mich kein Zeichen von Kontrollverlust. Sie zeigen, dass ein Thema lebt und für Coachee tiefe Bedeutung hat. Dass etwas in Bewegung geraten ist. Sie machen deutlich: Hier ist etwas, das gesehen werden will.

Und doch hat auch Seneca seinen Punkt. Weinen allein genügt nicht. Wenn Emotion nur Ausdruck bleibt, ohne Verarbeitung, kann sie zur Schleife werden und uns im Problemkarussell halten. Dann wird der Schmerz nicht durchlebt, sondern festgehalten. Dann verhindert das Weinen, was es eigentlich ermöglichen könnte: einen Schritt weiterzugehen.

Coaching ist deshalb für mich kein Schonraum, in dem Tränen allein schon ein Riesenerfolg sind. Aber es ist ein Ort, an dem sie Platz haben dürfen und müssen. Wo sie nicht wegmoderiert werden. Wo sie den Anfang bilden, selbst wenn schon zu Beginn ein Ende steht.

Daher gilt für mich: Keine Angst vor Tränen im Coaching. Denn Tränen vermögen viel und bilden häufig den Anfangspunkt für echte Veränderung.
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🤔 Was tun deine Tränen mit dir - und was tust du mit ihnen?

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Adsero te mihi; meum opus es. "Ich beanspruche deinen Fortschritt für mich; du bist mein Werk." Seneca, Epistulae Morale...
08/06/2025

Adsero te mihi; meum opus es.


"Ich beanspruche deinen Fortschritt für mich; du bist mein Werk."

Seneca, Epistulae Morales ad Lucilium


Seneca, manchmal als "antiker Coach" bezeichnet, schreibt diesen Satz sichtbar stolz. Und er zeigt: Auch ein kluger Geist kann Besitzansprüche stellen, wo eigentlich Demut angemessener wäre.

Denn das ist es - ein Besitzanspruch. An Einfluss. An Entwicklung. Als ob der Lernende ein Zeugnis des Lehrenden wäre.

In meinem Coaching hat so ein Satz keinen Platz.

Ein/eine Coach, der/die Fortschritt vereinnahmt, verfehlt für mich die eigene Rolle. Coaching ist kein Forum zum Ausweis der Kompetenz von uns Coaches. Sondern ein Raum, in dem Coachee sich selbst begegnen kann und darf.

Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, im Prozess die Entwicklung für Coachee zu machen. Sondern darin, sie möglich zu machen. Auf Augenhöhe, nicht von oben.

Die Veränderung ist hierbei kein Produkt. Sie ist kein KPI. Kein Erfolg zum Vorzeigen mit dem Ausspruch "Schau, was ich (!) geleistet habe".

Sie ist eine Verschiebung im Inneren. Oft leise, nicht selten unspektakulär, aber echt und vor allem eines: Coachees Werk, unterstützt und ermöglicht durch den/die Coach.

Und eigentlich besteht der größte Fortschritt doch darin, dass der/die Coach am Ende überflüssig wird.


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🤔 Wie gehst Du mit den Erfolgen anderer um - im Coaching, in Führung, in Teams? Musst Du sichtbar sein, um Dich wirksam zu fühlen?

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Bis peccas, cm peccanti obsequium commodas.Gleich doppelt machst du einen Fehler, wenn du dem, der einen Fehler begeht,...
30/05/2025

Bis peccas, cm peccanti obsequium commodas.

Gleich doppelt machst du einen Fehler, wenn du dem, der einen Fehler begeht, gehorchst.

Publilius Syrus - Sententiae

Eine unbequeme These.

Sie richtet sich nicht an Täter, sondern an Mitläufer. An die, die schweigen, obwohl sie es besser wissen. An die, die sich rausnehmen - und dabei doch mit hineinziehen lassen.

Wir reden uns ein: Es ist bloß Gehorsam. Nur ein Meeting, in dem man nicht widersprochen hat. Nur ein Satz, den man durchgehen ließ, obwohl er falsch war.

Aber genau hier liegt das Problem: Dass es oft nur ein Moment ist. Und genau dieser Moment entscheidet, ob Deine Integrität erhalten bleibt oder als bloße Fassade Schweigen für Schweigen abbröckelt.

Wir sind nicht immer frei. Es gibt Strukturen, Machtgefälle, Abhängigkeiten, die durch den äußeren Rahmen gegeben sind.

Aber viele Grenzen entstehen nicht durch äußeren Zwang, sondern im Innern durch Überzeugungen wie:

👉 „Ich habe ohnehin nicht viel zu sagen.“
👉 „Das ist gar nicht mein Thema.“
👉 „Ich will doch kein Drama machen.“

Im Coaching begegnen diese Stimmen häufig. Nicht bei "unfähigen" Menschen (so manchmal die überspitzte Außenwahrnehmung), sondern bei klugen und sensiblen Persönlichkeiten. Menschen, die sich anpassen, weil sie dazugehören wollen. Menschen, die wissen, dass etwas schiefläuft, aber den Preis für Widerspruch scheuen. Und am Ende sich selbst nicht mehr ganz im Spiegel sehen.

Veränderung beginnt nicht mit Lautstärke. Aber sie beginnt auch nicht mit Ausreden. Sie beginnt mit einem ehrlichen Blick auf das eigene Schweigen und der Frage: Was wäre ein erster Schritt, um in solchen Momenten meine Stimme (wieder) zu finden?

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🤔 Wem hast du zuletzt zugestimmt, obwohl du innerlich widersprochen hattest?


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Foto von Ambitious Studio* | Rick Barrett auf Unsplash

caelum, non animum mutant, qui trans mare currunt. Den Himmel über ihnen, nicht die Persönlichkeit im Innern, verändern ...
23/05/2025

caelum, non animum mutant, qui trans mare currunt.


Den Himmel über ihnen, nicht die Persönlichkeit im Innern, verändern die, die über das Meer hinweg eilen.

Horaz - Epistulae 1,11

So übt Horaz in einem Vers seine antike Reisekritik: Menschen reisen, fliehen, optimieren, in der Hoffnung, sich dabei (quasi magisch) neu zu erfinden und zu verändern. Als würde die Veränderung des Außen automatisch eine Änderung in uns zur Folge haben. Doch was sich wirklich ändert, bleibt oft an der Oberfläche.

Heute ist es nicht mehr (nur) das Schiff über das Meer, sondern der Jobwechsel, der Ausstieg auf Zeit, das Retreat in Portugal oder der Wunsch, endlich die "beste Version seiner selbst" zu werden. Das Vokabular ist vielleicht neu. Das Muster bleibt.

Themen der Selbstoptimierung sind häufig Gegenstand im Coaching, insbesondere bei Menschen, die bereits viel erreicht haben. Sie denken schnell. Handeln schnell. Entscheiden schnell. Schnell, schnell, schnell.

Aber wenn es um innere Klarheit geht, stoßen sie an Grenzen. Nicht aus Mangel an Intelligenz, sondern aus Gewohnheit, auf alles mit Aktion (und zwar schnell!) zu reagieren.

Ruhe wird nicht geübt. Sie wird vermieden.

Dabei ist Innehalten kein Rückschritt und erst recht keine Schwäche. Es ist ein methodischer Bruch. Wer die Irritation aushält, kommt weiter - nicht schneller, sondern tiefer.

Ich arbeite mit Menschen, die sich verändern und etwas in ihrem Leben (und dem anderer) bewegen wollen. Wenn Du spürst, dass Aktion nicht immer Antwort ist, sondern manchmal Ausweichbewegung, dann ist ein Coaching bei mir der richtige nächste Schritt für Dich.

Und wenn nicht: Dann war dieser Text zumindest ein Moment, an dem Du heute vielleicht zum ersten Mal stehen geblieben und zum Nachdenken gekommen bist.


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Foto von Bahar Ghiasi auf Unsplash

Illud autem te admoneo, ne eorum more qui non proficere sed conspici cupiunt facias aliqua quae in habitu tuo aut genere...
16/05/2025

Illud autem te admoneo, ne eorum more qui non proficere sed conspici cupiunt facias aliqua quae in habitu tuo aut genere vitae notabilia sint.


"Dazu aber ermahne ich dich, dass du nicht nach Art derjenigen, die vielmehr gesehen werden als Fortschritte machen wollen, irgendwelche Dinge tust, die entweder in Hinsicht auf deine Erscheinung oder auf deine Lebensweise bemerkenswert sind."

Seneca, Epistulae Morales ad Lucilium

2000 Jahre alt und doch scheint das Zitat wie ein Kommentar zu meiner Timeline.

📱 Heute ist Sichtbarkeit für Selbstständige zur gefühlten Pflicht geworden. Wer nicht postet, kommt nicht vor. Wer nicht vorkommt, wird auch nicht gebucht.

Aber worum geht es hier wirklich? Um echten Mehrwert – oder allein um Reichweite? Und was ist Reichweite wert, wenn sie lediglich auf Zuspitzung, auf Provokation beruht?

Welchen Eindruck vermitteln die sogenannten "Impressions" vom Abdruck, den wir tatsächlich hinterlassen?

Seneca warnt nicht vor Öffentlichkeit. Er warnt vor Eitelkeit. Vor dem Wunsch, bloß zu wirken statt etwas zu bewirken.

Ich frage mich: Wie oft posten wir, um zu glänzen statt zu wachsen bzw. andere beim Wachsen zu unterstützen? Wie viel Selbstvermarktung verträgt sich mit echter Entwicklung?

Gerade im Coaching gilt: Die größte Veränderung ist oft unsichtbar (und vollzieht sich nicht selten im Nachhinein). Kein Buzzword. Kein Like. Dafür Klarheit: innen.

🤔 Was bedeutet für Dich Sichtbarkeit? Und wann wird sie zur Ablenkung von dem, worauf es für Dich wirklich ankommt?

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Foto von Conny Schneider auf Unsplash

'Quaeris, quid profecerim? amicus esse mihi coepi.' "Du fragst, welchen Fortschritt ich gemacht habe? Ich fange an, mein...
11/05/2025

'Quaeris, quid profecerim? amicus esse mihi coepi.'


"Du fragst, welchen Fortschritt ich gemacht habe? Ich fange an, mein eigener Freund zu sein."

Seneca, Epistulae Morales ad Lucilium (zitiert Hekaton von Rhodos)

Ein prägnanter Satz. Ungewöhnlich zustimmungsfähig, dabei fast irritierend. Wer kann das von sich behaupten, ganz ehrlich, ohne Selbsttäuschung?

In Coaching und Alltag erlebe ich sie regelmäßig: Menschen mit hoher Selbstdisziplin, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsgefühl. Rational stark aufgestellt. Reflexionsfähig.

Aber ihr Umgangston mit sich selbst? Härter als nötig. Strenger als hilfreich. Erfolge werden relativiert, Fehler überbetont. Selbstkritik wird zum Standardmodus, nicht zur Ausnahme.

Dabei hat Selbstkritik ihren Wert: Sie zeigt Verantwortungsbewusstsein, den Willen zur Entwicklung, zur professionellen Präzision. Aber sie kann kippen, und zwar genau dann, wenn sie zur pauschalen Abwertung wird. Dann behindert sie unser Tun und unterminiert unsere Selbstwirksamkeit.

Coaching setzt hier an, nicht mit Affirmationen, sondern mit Perspektivarbeit. Wir zeigen: Was du suchst, hast du schon. Aber du sprichst gerade eben nicht mit dir, sondern gegen dich.

Statt Defizitanalyse: Ressourcenanalyse.
Statt Selbstoptimierung: Selbstwahrnehmung.

Veränderung beginnt hier nicht mit einem Ziel, sondern mit einem veränderten Blick. Wer dauerhaft gegen sich arbeitet, wird nicht resilienter, sondern nur effizienter - im Selbstzweifel.

Die zentrale Frage ist deshalb nicht: „Wie komme ich weiter?“ Sondern: „Würde ich so auch mit jemand anderem sprechen, dem ich vertraue?“

🤔 Wenn nicht: Warum akzeptiere ich es von mir?

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Foto von Vince Fleming auf Unsplash

09/05/2025

„Whether the vanity and luxury of a few ought to stand in competition with the interest of a nation?“

George Berkeley, The Querist, Frage 167

Eine schlichte Frage, die anstoßen und aufstoßen kann. Der Philosoph George Berkeley stellte sie im Jahr 1736. Und obwohl sie bald schon drei Jahrhunderte alt ist, steht sie uns beharrlich gegenüber und wartet auf Antwort(en).

Tatsächlich beantworten wir diese Frage fortwährend, bewusst oder unbewusst. Mit unseren Konsumentscheidungen (oder "Nicht-Entscheidungen"). Mit unserer Haltung gegenüber sozialen Fragen.

Berkeley selbst lieferte keine Antwort. Das ist auch nicht das Konzept von "The Querist". In diesem Werk reihte er über 500 Fragen zu Wirtschaft und Sozialpolitik aneinander. Ohne Kommentar. Ohne Auflösung. Warum? Weil wir mit guten Fragen nicht beruhigen, sondern bewegen wollen.

🧠 Genau das ist auch das Herzstück systemischen Coachings. Coaching arbeitet nicht mit dem Liefern von Antworten, sondern mit (systemischen) Fragen, die Räume öffnen: für neue Gedanken und Perspektiven, für Veränderung.

Dabei geht es (für mich) selten um Konfrontation und Provokation, sondern um Einladung zum Perspektivwechsel. Gute Fragen stören behutsam und doch beharrlich, denn sie haken nach. Sie bleiben hängen. Und häufig bringen sie mehr Klarheit als gut gemeinte Antworten und Ratschläge.

🤔 Welche Frage beschäftigt Dich am heutigen Morgen?

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