18/01/2026
Ein zwiegespaltener Buchtipp, eher eine Rezension:
📗
Einerseits ist es toll, dass die Autorin sich dem Thema Trauer annimmt. Wie schön zu lesen, wie der Besuch einer Trauergruppe wieder helfen kann, ins Leben zurück zu finden.
ABER:
Leider hat sie zu viel gewollt. Zu viele Charaktere mit zu vielen Geschichten (die 90jährige deren Mann nach mehr als 70 Jahren Beziehung stirbt und die eigentlich mit ihm Suizid begehen wollte, die Muslima deren christliche Freundin stirbt, der Versicherungsvertreter dessen Geliebte stirbt, die junge Frau deren Kind noch im Mutterleib stirbt…). Das alles eingebettet in ein Trauercafé auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof mit wunderlichem Friedhofsverwalter und noch wunderlicherem Steinmetz (übrigens Brüder und durch den Mauerbau von den Eltern verlassen). Mit zwei Bestatterinnen, die eineiige Zwillinge sind, Dorothea und Dorothee heißen und sich nicht leiden können. Themen wie das Theater in der DDR und der Nachwendezeit kommen ebenso zur Sprache wie aktuelle Debatten um Geflüchtete und der Krieg in der Ukraine.
😵💫
Natürlich gibt es für alle (!) am Ende ein Happy End, auf dem Friedhof wird der Dia de los mu***os gefeiert und die 90jährige wird mit einer großen Party zu Grabe getragen.
Aber: das Buch will zu viel, nervt (mich) Seitenweise mit Belehrungen und Allgemeinsätzen, die Meinung der Autorin schimmert durch.
Bis um Ende durchhalten ist vor allem der durchaus tollen Sprache und meiner Neugier geschuldet, wie es weitergeht.
Aber kaufen würde ich mir das Buch nicht….
🫣