23/02/2024
Wirtschaft muss sich selbst helfen
Angesichts der anhaltenden Welle der Cyberkriminalität und häufig machtloser Strafverfolgung setzt die deutsche Wirtschaft zunehmend auf vorbeugenden Selbstschutz. Nach Einschätzung des Bitkom sind Cyberattacken eine der größten Bedrohungen für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft. "Eine Entspannung der Bedrohungslage ist derzeit nicht absehbar", sagt Verbandspräsident Ralf Wintergerst. Nicht nur die Politik, auch die Unternehmen selbst seien gefordert. "Das bedeutet, IT-Sicherheit muss mit ganz oben auf die Agenda in den Unternehmen gesetzt und mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden."
Diebstahl von IT-Ausrüstung und Daten, digitale und analoge Industriespionage sowie Sabotage haben im vergangenen Jahr, laut einer Bitkom-Schätzung, Schäden von insgesamt 206 Milliarden Euro verursacht. Fast drei Viertel dieser Summe (rund 148 Milliarden) gingen demnach auf Cyberangriffe zurück.
"Fast zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland haben zuletzt angegeben, dass sie damit rechnen, in den kommenden zwölf Monaten Opfer von Cyberangriffen zu werden", sagt Wintergerst, im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender des Münchner Sicherheitstechnik- und Banknotenherstellers Giesecke + Devrient.
Die tatsächlichen Schäden könnten noch höher sein. "Es gibt auch ein Mehrfach-Dunkelfeld", sagt Martin Kreuzer, der Cyber-Fachmann des Rückversicherers Munich Re. "Nicht nur Täter wollen anonym bleiben, sondern auch viele Opfer. Das macht Strafverfolgung schwierig."
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