06/09/2026
1,5 STUNDEN UNTERWEGS – UND ICH BIN EIN WELPE! 🐾
„Hallo! Ja, genau ich bin gemeint.
Der kleine Kerl auf dem Foto.
Und soll ich euch etwas verraten?
Ich war heute ganze 1,5 Stunden mit der Rudelschmiede im Wald unterwegs.“
Jetzt werden wahrscheinlich einige sofort sagen:
„Viel zu lange!“
„Der ist doch noch ein Welpe!“
„Fünf Minuten pro Lebensmonat!“
„Das schadet doch den Gelenken!“
Aber halt.
1,5 STUNDEN UNTERWEGS SEIN BEDEUTET DOCH NICHT, 1,5 STUNDEN STRAMM ZU MARSCHIEREN.
„Ich bin doch keinen Halbmarathon gelaufen.
Ich hatte schließlich Wichtigeres zu tun.“ 😄
Da gab es nämlich unglaublich viel zu entdecken.
Wir sind ein Stück gelaufen.
Dann wurde geschnüffelt.
Dann standen wir herum.
Dann musste ich unbedingt schauen, was die anderen Hunde machen.
Da raschelte etwas im Wald.
Dort roch es interessant.
Zwischendurch wurde Pause gemacht.
Und manchmal habe ich einfach nur dagestanden und die Welt beobachtet.
GENAU DAS IST WELPENLEBEN.
Natürlich braucht ein junger Hund viel Schlaf und Erholung. Natürlich gehören kilometerlange Märsche, monotone Dauerbelastungen, ständiges Treppenlaufen oder wilde Sprünge nicht in ein vernünftiges Welpenprogramm.
Aber BEWEGUNG IST NICHT AUTOMATISCH ÜBERLASTUNG.
Und 90 Minuten gemeinsam draußen zu verbringen sind nicht automatisch 90 Minuten körperliche Belastung.
„Mal ganz nebenbei: Wenn ihr mich nach 20 Minuten nach Hause bringt, liege ich dort doch nicht automatisch bewegungslos in meiner Kiste.“
Genau!
Ein Welpe läuft auch zu Hause herum. Er spielt. Er steht auf. Er geht in den Garten. Er erkundet seine Umgebung.
Warum sollte also ausgerechnet draußen plötzlich eine mathematische Formel darüber entscheiden, wann Bewegung schädlich wird?
Der entscheidende Punkt ist nicht:
„WIE VIELE MINUTEN DARF MEIN WELPE LAUFEN?“
Sondern:
„WAS MACHT MEIN WELPE IN DIESER ZEIT?“
Zwischen 20 Minuten erzwungener, gleichförmiger Belastung und 90 Minuten entspanntem Aufenthalt in der Natur mit Bewegung, Pausen, Schnüffeln, Beobachten und Sozialkontakten liegen Welten.
Und dabei wird etwas ganz Entscheidendes gerne vergessen:
EIN WELPE BESTEHT NICHT NUR AUS KNOCHEN UND GELENKEN. ER HAT AUCH EIN GEHIRN.
„Und das hat gerade ziemlich viel zu tun.“ 😉
Denn jetzt wird gelernt.
Wie riecht ein Wald?
Wie fühlt sich unterschiedlicher Boden an?
Was bedeutet dieses Geräusch?
Wie verhalten sich andere Hunde?
Wann halte ich Abstand?
Wie kommunizieren Hunde miteinander?
Was ist ungefährlich?
Wann kann ich mich entspannen?
SOZIALISIERUNG FINDET NICHT AUF DER STOPPUHR STATT.
Sie entsteht durch angemessene Erfahrungen.
Natürlich immer angepasst an Alter, Entwicklungsstand, körperliche Verfassung, Rasse und vor allem an den einzelnen Hund.
Deshalb halte ich starre Minutenformeln für den völlig falschen Ansatz.
Wir sollten wieder lernen, DEN HUND ANZUSCHAUEN STATT AUF DIE UHR.
Wird der Welpe müde?
Verändert sich sein Gang?
Wird er unkonzentriert?
Überdreht er?
Sucht er Ruhe?
Braucht er eine Pause?
Dann reagieren wir.
Denn verantwortungsvolles Welpentraining bedeutet für mich nicht, Minuten abzuzählen.
Es bedeutet:
BEOBACHTEN, BEGLEITEN, DOSIEREN, PAUSEN ERMÖGLICHEN UND ERFAHRUNGEN ZULASSEN.
Und unser kleiner Freund auf dem Foto?
*„Ich war 1,5 Stunden unterwegs.
Ich musste aber keine 1,5 Stunden funktionieren.
Ich durfte schnüffeln.
Ich durfte schauen.
Ich durfte lernen für mein leben was ich niemals mehr vergessen werde.
Ich durfte andere Hunde erleben und meine wertvollen Erfahrungen sammeln.
Ich durfte Pause machen.
Ich durfte laufen.
Eigentlich durfte ich etwas ganz Verrücktes:
ICH DURFTE 1,5 STUNDEN EINFACH WELPE SEIN.“* ♥️🐾
Und vielleicht sollten wir genau damit wieder anfangen:
WENIGER AUF DIE STOPPUHR SCHAUEN UND MEHR AUF DEN HUND SCHAUEN WAS UNS DIE NATUR DAZU SIGNALISIERT.
Wissenschaft wartet nur darauf von der nächsten Wissenschaft überholt zu werden!
DIE RUDELSCHMIEDE
Hundetraining für Menschen, die echte Lösungen suchen.