08/07/2012
B l a u g l o c k e n b a u m
Braunwurzgewächse ( Scrophulariaceae )
Rachenblütler
Aus den Provinzen des mittleren und westlichen China, Hupeh, Kiangsi, und Honan kam über Japan vor etwa 150 Jahren einer der schönsten Blüten-bäume des nördlich gemäßigten Klimas in unsere Gärten : der Blauglockenbaum.
In seiner chinesischen Heimat hat der Baum eine jahrtausendealte praktische und mystische Bedeutung. Erste Berichte von ihm stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.
Das leichte im Kern hellbraune Holz wird auf Grund seiner überdurch-schnittlichen akustischen Eigenschaften schon lange zu Musikinstrumenten verarbeitet.
Im Blauglockenbaum sieht man den Wu - t`ung den Baum, in dem sich der sagenhafte Vogel Phoenix der chinesichen Mythologie, der Glücksbringer und “König der Gefiederten“ niederläßt. Außerdem symbolisiert der Wu - t`ung das weibliche Element Yin, sein Gegenpol ist der Bambus, das männliche Element Yang.
In Japan wurde der Baum bald unentbehrlich. Bei der Geburt einer Tochter pflanzten die Eltern eine Paulownie. Der Baum war nach der Hochzeit stark genug um Holz für den Bau eines Kimonoschrankes zu liefern.
Das Holz dient außerdem zur Herstellung der traditionellen japanischen Holzsandalen, den Geta.
Zur Blütezeit im Mai beeindruckt die Paulownia immer wieder durch seine großen, wohlduftenden violett bis heliotrophblauen 20 bis 40 cm langen Blütenrispen mit 70 bis 150 Einzelblüten. Die Blüten sind
dorsiventral ausgebildet.
Eindrucksvoll ist auch die Belaubung des Blauglockenbaumes. Die Blätter können bis 50 cm lang werden und enthalten 3 % reinen Stickstoff.