19/03/2021
Corona und Myopie – was hat das miteinander zu tun?
Alle kennen diese Szenen: Schulkinder machen „Homeschooling“ am Tablet oder PC, zwischendurch findet der Austausch mit den Freunden über das Smartphone statt, der nachmittägliche Musikunterricht ist online und die Sportstunde wird als Workout über YouTube abgehalten. Aktuell sind vor allem Kinder extrem viel und intensiv mit modernen Medien beschäftigt, verbringen sehr viel Zeit zuhause und gehen weniger ins Freie.
Langjährige Studien zeigen, dass die Zunahme der Kurzsichtigkeit bei Kindern ein weltweites und aktuelles Problem darstellt. Es gibt verschiedene Ursachen. Zu viel Nahtätigkeit wie Lesen, Computernutzung oder die Nutzung von Tablet oder Smartphones, schlechte Lichtverhältnisse, wenig Tageslicht gelten als Risikofaktoren. Diese haben sich in Corona Zeiten noch verstärkt. Das hat sogar einen neuen Begriff etabliert: die Quarantänekurzsichtigkeit.
Fakt ist: Je früher Kinder myop (kurzsichtig) werden, desto eher entsteht eine hohe Kurzsichtigkeit im Erwachsenenalter. Bei hoher Kurzsichtigkeit ist der Augapfel zu lang gewachsen. Das Risiko für Augenerkrankungen wie z.B. Netzhautablösung oder Grauer Star steigt.
Und nun? Die Quarantänesituation lässt sich bekanntlich aktuell nur bedingt beeinflussen.
Kinder sollten ausreichend Pausen von der Naharbeit machen, den Blick immer wieder in die Ferne schweifen lassen und so die Augenmuskulatur entspannen. Sehr gute Lichtverhältnisse sowie viel Tageslicht haben einen positiven Einfluss auf die Entstehung der Myopie.
Und was kann man tun, wenn ein Kind bereits kurzsichtig ist und sich diese Kurzsichtigkeit vielleicht jedes Jahr weiterentwickelt?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Fortschreiten der Myopie zu bremsen. Spezielle formstabile Kontaktlinsen, Nachtlinsen (Orthokeratologie) oder Augentropfen (Augenarzt) sind anerkannte und erprobte Möglichkeiten, um eine ungünstige Fortentwicklung zu verlangsamen. Wichtig dabei: eine frühzeitige Vorsorge durch einen Augenoptiker, Kontaktlinsenspezialisten oder Augenarzt.