17/12/2022
Wir wünschen einen schönen 3, Advent
Advent heißt übersetzt "Ankunft"
Das lateinische Wort „Advent“ bedeutet wörtlich übersetzt "Ankunft". Die Adventszeit verweist auf die Ankuft Jesu Christi, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern.
Beim Anblick von Adventsmärkten, Schokolade und Nüssen in der Adventszeit, ist es heute kaum noch vorstellbar, dass der Advent mal eine Zeit des Fastens und der Buße war. Dahinter stand eine innerliche und äußerliche Vorbereitung auf die Geburt Jesu als zweithöchstem christlichem Fest.
Advent als Vorbereitungszeit auf Weihnachten
Die Adventszeit steht nicht für sich allein, sondern sie zielt auf Weihnachten hin. Um dieses Fest richtig zu begehen, ist eine Vorbereitung nötig – ganz wie bei der Planung einer großen Geburtstagsfeier. Bei einem religiösen Fest geht es dabei nicht um organisatoische Arbeiten, sondern um eine geistliche Vorbereitung.
Diese geistliche Vorbereitung wurde klassisch mit Fasten und Gebet duchgeführt. Das Fasten wird vom katholischen Kirchenrecht für den Advent aber bereits seit 1917 nicht mehr gefordert, das Gebet rückte dadurch mehr in den Mittelpunkt.
Warum gab es früher die Vorschrift zu Fasten und Buße? Stark vereinfacht kann man sagen, dass sich nach einer Zeit des Verzichts ein Fest auch schöner und intensiver anfühlt – im Gegensatz dazu sind viele Menschen heute nach vier "vorweihnachtlichen" Adventswochen am eigentlichen Weihnachtsfest von Lichterglanz, Weihnachtsliedern und Lebkuchen schon fast übersättigt.
In der Liturgie ist die Verwandheit zur Fastenzeit vor Ostern noch heute am reduzierten Blumenschmuck und der liturgischen Farbe Violett zu erkennen.
Selbst der Beginn der Karnevalszeit am 11. November hat mit dem Advents als Fastenzeit zu tun: zum Abschluss des früheren Wirtschaftsjahres am Martinsfest und vor der adventlichen Fastenzeit wurde nochmal gefeiert – genauso wie an den jecken Tagen vor Aschermittwoch.
Auch heute noch beginnt das neue Kirchenjahr in der katholischen und evangelischen Kirche mit dem ersten Advent am 4. Sonntag vor Weihnachten. Im Jahr 2022 fällt er auf den 27. November.
Pastoralreferent Dr. Werner Kleine aus Wuppertal erklärt im Radiobeitrag in "Himmel und Erde" (Sendung vom 3.12.2017), warum für Christen am ersten Advent ein neues Jahr beginnt.
Vier Themen an vier Adventssonntagen
Nachweisbar ist die Adventszeit seit Ende des 4. Jahrhunderts in Gallien und Spanien. Papst Gregor der Große (540 bis 604) legte in dieser Zeit die Zahl der Adventssonntage von sechs auf vier fest. Die Reduktion auf vier Adventswochen setzte sich erst seit der Jahrtausendwende durch. Liturgisch wurde die Regelung sogar erst mit den tridentinischen Liturgiebüchern unter Papst Pius V. (†1572) verbindlich. In Mailand beginnt die Adventszeit heute noch bereits am 6. Sonntag vor Weihnachten, der Advent ist dort also sechs Wochen lang.
(c) Erzbistum Köln