01/06/2026
Gekämpft hast Du allein, gelitten haben wir gemeinsam, verloren haben wir alle.
Wir nehmen Abschied von unserem Seniorchef.
Volkmar Triesch ist am vergangenen Sonntag nach langem Kampf gegen den Krebs im Alter von nur 66 Jahren von uns gegangen.
Volkmar Triesch begann 1974 seine Lehre in dem von seinem Vater 1970 gegründeten Unternehmen und legte damit den Grundstein seines Lebenswerkes. Nach seiner Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger übernahm er schnell Verantwortung im Unternehmen. Er pendelte zwischen Baustelle, Verkauf, Planung und Auslieferung – mitten im goldenen Zeitalter der Bauwirtschaft. Das Unternehmen wuchs zusehends, sodass er in den administrativen Bereich wechselte und die Großprojekte übernahm. In dieser Zeit wuchs die Belegschaft zeitweise auf über 35 Mitarbeiter, und der Neubau an der heutigen Adresse wurde errichtet.
Als sein Vater Werner Triesch im Jahr 2000 verstarb, übernahm er die Geschäftsführung und Leitung des Unternehmens. Bis 2022 führte er die Firma Triesch mit ruhiger Hand, ehe er sich zurückzog und das Unternehmen an die dritte Generation weitergab. Die Staffelübergabe erfolgte innerhalb der Familie an seinen Sohn Samuel Triesch, der die Firma seitdem weiterführt.
Volkmar Triesch zeichnete sich durch seine Verbundenheit und seine Geradlinigkeit aus. Manchmal harte Schale, aber immer weicher Kern. Er sah die Firma – so wie es die Triesches eben machen – als erweiterte Familie. Wichtig war ihm stets auch die Versorgung seiner Mitarbeiter, sei es mit einem Eis an heißen Tagen oder einem deftigen Frühstück.
Über die Firma hinaus übernahm er Verantwortung im Gewerbeverein Haiger, dem er als 1. Vorsitzender bis zu seinem Tod vorstand. Ein Highlight war dabei stets die alljährliche Weihnachtsverlosung.
Auch politisch brachte er seine Expertise ein: Im Namen der FDP vertrat er als Unternehmer aus Haiger engagiert seinen Standpunkt. Aufgrund seiner Krankheit konnte er den Sitz im Stadtparlament zuletzt leider nicht mehr wahrnehmen.
Seine zweite große Leidenschaft gehörte den schnellen Autos – gemeinsam mit seinen Freunden im Club Carfreitag unternahm er gerne ausgedehnte Wochenendtouren.
Ebenso eng war seine Verbundenheit mit dem TSV Steinbach Haiger, wo er nicht nur als Sponsor (seit 2012), sondern auch im erweiterten Vorstand als Beisitzer tätig war. Nur wenige Spiele verpasste er – und dann einzig, weil seine Krankheit ihn daran hinderte. Die Förderung von Jugend und Talenten lag ihm dabei besonders am Herzen. Unvergessen bleiben die frühen Auswärtsfahrten im TSV-Bus, bei denen er stets dafür sorgte, dass alle gut mit Brötchen und einer Scheibe Mett- oder Fleischwurst versorgt waren.
Er liebte die Gesellschaft anderer Menschen und half gerne, wo Hilfe gebraucht wurde – in zahlreichen Vereinen und weit darüber hinaus.
Als seine Krankheit ihn 2019 ereilte, kämpfte er tapfer weiter und ließ sich seinen Lebensmut und seine Lebensfreude nicht nehmen. Viele Operationen, über 85 Chemotherapien und Immuntherapien erschütterten ihn nicht. Unvergessen bleibt sein letztes großes Lebensziel: den Neubau der Firma Triesch GbR trotz allem weitgehend zu Ende zu bringen.
Neben all dem blieb dennoch Zeit für seine geliebte Familie – gerade die Enkelkinder schenkten ihm in letzter Zeit besonders viel Kraft.
Am vergangenen Sonntag verstarb er im Kreise seiner Liebsten. Er fand Ruhe und war bereit, heimzugehen zu seinem Schöpfer, Herrn und Erlöser.
Volkmar Triesch wird uns fehlen und hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist. Was bleibt, sind Dankbarkeit und der schmerzende Verlust. Sein Lebenswerk wird Bestand haben – und in unseren Erinnerungen lebt er weiter.
Trost dürfen wir am Kreuz finden.
Ora et Labora – Bete und Arbeite
„In deine Hände befehle ich meinen Geist – du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott." – Psalm 31,6
Die Beerdigung findet am 06.06.2026 gegen 13 Uhr in Haiger-Dillbrecht statt, Infos folgen.