21/12/2021
Hallo und Mahlzeit liebe Gemeinde, ich hatte gesagt, dass ein Abriss kommt von dem, was wir im AHRtal erlebt und gesehen haben. Es hat einen kleinen Moment länger gedauert, da ich noch auf Fotos gewartet habe, die jetzt eingetroffen sind.
Vorab: außer den vielen Sachspenden, wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Mützen, Socken, Schals etc. haben wir die stolze Summe von aufgerundet 1500 € bekommen. Vielen Dank dafür!
Wir haben entschieden, das Geld aufzuteilen und betroffenen Menschen direkt zukommen zu lassen. Ausgewählt dafür haben wir mit Unterstützung unserer Freunde aus dem Ahrtal, genauer gesagt aus Sinzig zum einen Claire. Claire ist die gute Seele aus der AHRche e. V.. Sie steuert diese seit Beginn durch diese schwere Zeit, hat für alle ein offenes Ohr, beherbergt Menschen bei sich, die wie viele andere alles an die Flut verloren haben und das, obwohl sie selbst gesundheitlich angeschlagen ist und ebenfalls von der Flut betroffen. Hier haben wir in kleiner Runde den Betrag von 1000 € übergeben mit vielen Grüßen von uns allen hier, die wir gespendet haben. Einen weiteren Betrag in Höhe von 500 € haben wir der Verteilerstelle in Sinzig zukommen lassen.
Die zwei Mädels, die den Laden dort schmeißen, haben sich, wie auch Claire über unsere/eure Unterstützung wahnsinnig gefreut.
Unsere gesammelten Sachspenden konnten wir an mehreren Versorgungsstellen abgeben. So bekam ein Teil die AHRche, die unser erster Anlaufpunkt war. Danach brachten wir Lebensmittel, Hygieneartikel, Tierfutter, Elektrogeräte etc. an ein großes Versorgungslager nach Gelsdorf.
Mittlerweile wurde es dunkel. Wir fuhren weiter zu dem Bereich im Ahrtal, welchen es am härtesten getroffen hat: Altenburg und Kreuzberg. Altenburg stand während der Flut zu 100 % unter Wasser. Viele Menschen haben ihr Leben lassen müssen oder alles verloren was einmal ihr zu Hause war. Hier lernten wir Arthur kennen, der seine Versorgungsstation an der Alten Schule hat. Ein junger Mann, der sich vor Freude nicht eingekriegt hat über das, was wir noch im Gepäck hatten für ihn. Das Ausmaß der Flut war selbst im Dunkeln nicht zu übersehen … und es ist dunkel dort. Eine Art Notbeleuchtung funktioniert in Teilen der Stadt, in den wenigsten der noch stehenden Häuser, brennt Licht. Sie sind leer, nass, in einigen ist das Brummen von Bautrocknern zu hören. Es ist nahezu eine Geisterstadt.
Während wir bei Arthur unsere Spenden abgaben , hörten wir plötzlich Hupen und Weihnachtsmusik in der Ferne. Jemand sagte, dass das ein Konvoi sei, mit geschmückten Traktoren und LKW die durch die Dörfer fahren. Als wir fahren wollten um nach Kreuzberg zu gelangen, zu unserer letzten Station, konnten wir nicht weiter fahren.
Ein Konvoi aus hunderten geschmückter LKW, beleuchteten Traktoren mit Weihnachtsmusik, blinkenden Lichtern, fuhr die Hauptstraße entlang. Die wenigen Menschen, die zu diesem Zeitpunkt in Altenburg waren, hauptsächlich Handwerker, die dort ehrenamtlich helfen, standen an der Straße und haben gewunken und geweint. Wer das nicht selber gesehen hat, kann sich das nicht vorstellen…
Unsere letzte Station Kreuzberg brachte uns wieder viele nette und dankbare Menschen. Wir waren zum Essen und netten Gespräche eingeladen.
Vor dem ein oder anderen Haus in Kreuzberg, stehen geschmückte Tannenbäume, die ein paar Tage zuvor als Spenden ins AHRtal gebracht wurden, um den wenigen Menschen, die aktuell dort noch sind ein bisschen Weihnachtsglanz zu schenken.
Wer glaubt, dass nur weil man plötzlich nichts mehr in den Medien hört und sieht oder nur noch sehr wenig, dass im Ahrtal wieder alles gut ist, der täuscht sich ganz gewaltig. Fakt für uns ist, wir kommen wieder! Wir werden weiter helfen, mit Hilfe von euch und der Unterstützung des Vereins Offenbacher Helfen e.V..
Wie sagt unsere Freundin Jutta immer: we AHR family.
An dieser Stelle noch einmal unseren ganz großen Dank, an alle die ihr uns unterstützt habt. Wir wünschen euch und euren Lieben ein paar besinnliche Tage, frohe Weihnachten, und einen Start in ein gesundes neues Jahr.