25/05/2026
Wenn schon im „zu Hause „ schlechte Stimmung herrscht .
Spannungen und dadurch Unsicherheit entsteht -
dann spürt man Stimmungen, bevor überhaupt jemand etwas sagt. Ein Blick reicht manchmal schon aus, damit sich innerlich alles zusammenzieht
Und als Kind lernt man dann etwas Gefährliches:
Sich selbst zurückzunehmen.
Nicht zu laut lachen.
Nicht zu fröhlich sein.
Nicht zu wild.
Nicht zu lebendig.
Denn wenn um einen herum Schwere herrscht, beginnt man irgendwann zu glauben, dass die eigene Leichtigkeit falsch ist. Also dämpft man sich selbst. Man unterdrückt Gefühle. Man hält Emotionen zurück. Man wird vorsichtiger, stiller, angepasster.
Und irgendwann passiert etwas Merkwürdiges:
Man verliert langsam den Zugang zu sich selbst.
Denn Gefühle verschwinden nicht einfach.
Sie werden abgespalten. Tief irgendwo im Inneren verstaut. Zusammen mit der eigenen Lebendigkeit. Mit dem kindlichen Strahlen. Mit der Freude. Mit dem echten Selbst.
Und dann lebt man plötzlich ein Leben, in dem man funktioniert, aber sich selbst kaum noch spürt.
Man wird vielleicht Betreuer. Coach. Helfer. Partner. Mutter. Vater. Arbeitnehmer.
Man erfüllt Rollen.
Aber wer ist man eigentlich wirklich?
Diese Frage hat mich irgendwann tief getroffen.
Denn ich bin nicht mein Beruf.
Ich bin nicht nur das, was ich leiste.
Ich bin nicht die Rolle, die ich für andere spiele.
Ich bin das, was ich fühle.
Ich bin meine Tiefe.
Meine Wärme.
Meine Lebendigkeit.
Mein Lachen.
Meine Tränen.
Meine Begeisterung.
Meine Verletzlichkeit.
Das bin ich.
Und vielleicht beginnt Heilung genau dort:
Wenn man still wird. Wenn man sich zurückzieht aus all dem Lärm, all den Erwartungen, all dem Funktionieren. Wenn man den Mut hat, wieder nach innen zu lauschen.
Wer war ich eigentlich, bevor ich lernen musste, mich zu unterdrücken?
Denn tief unter all den Schutzmechanismen wartet oft immer noch dieser lebenslustige, quirlige, warme Mensch. Nicht verschwunden. Nur verschüttet.
Und wenn man beginnt, diese abgespaltenen Teile wieder einzusammeln, dann verändert sich plötzlich das ganze Leben.
Man kämpft weniger.
Man verbiegt sich weniger.
Man hört auf, ständig gegen sich selbst zu leben.
Und auf einmal entsteht etwas, das viele Menschen ihr ganzes Leben suchen:
Innere Leichtigkeit.
Nicht, weil das Leben perfekt geworden ist.
Sondern weil man endlich wieder mit sich selbst verbunden ist.
Vielleicht ist das die größte Rückkehr überhaupt:
Nicht jemand anderes zu werden.
Sondern endlich wieder der Mensch zu sein, der man immer war.