01/06/2026
🚑 Verantwortung ist heute wohl eines der wichtigsten Worte überhaupt geworden.
Heute erreichte unsere Einsatzzentrale /OPS im TEAM RUFE-DICH eine Anfrage aus Schweden:
Medizinischer Rücktransport nach Deutschland,
• komplexe, intensivpflichtige chirurgische Diagnose mit Komplikation,
• Verlegung nach Deutschland mit Krankenwagen und notärztlicher Begleitung von Versicherung angefragt.
Eindatzonfo:
Eine Verlegungsfahrt von:
• rund 650 km plus mehrstündige Fährpassage über die Ostsee,
Beziehungsweise
• 1050 KM über den Landweg durch Dänemark zuzüglich An- und Abfahrt.
• Einsatzplanung,
*
Fahrzeugkoordination,
• medizinische Organisation,
• mögliche Hotel- und Fährreservierungen,
• Begleitpersonal,
• Zeitfenster,
• Rückfallebenen,
• Sicherheitsplanung.
Wie bei solchen Anfragen bei uns üblich wurde ein Medical-Report über die anfragende Versicherung angefordert um verschiedene Rückholoptionen prüfen zu können.
• Ist der Patient wirklich so fit das er im Krankenwagen verlegt werden kann?
• Muss ein höherwertiges Einsatzmittel (N-KTW/RTW/ITW) entsendet werden?
• Kann der Patient mehrere Stunden auf einer Ostseefähre bleiben ohne Möglichkeit einer zeitnahen Krankenhauszuführung bei Verschlechterung der gesundheitlichen Situation?
Denn:
Kein verantwortungsvolles Unternehmem kalkuliert eine solche Anfrage „ins Blaue hinein“.
Und genau da beginnt das eigentliche Problem unserer Zeit.
Der Medical Report wurde von der Versicherung verweigert! Gleichzeitig sollte aber sofort ein verbindliches Angebot für angefragte Verlegung erstellt werden.
Während unser OPS noch Rücksprache mit unserer ärztlichen Leitung hielt um die Risiken für eine solche Verlegung abzuwägen
wurde die Anfrage von der Versicherung bereits zurückgezogen.
Unsere ehrliche Meinung:
Man fragt sich manchmal wirklich, was mit der Verantwortung passiert ist.
Denn medizinische Rückholdienste sind keine Pizzabestellungen.
Hier geht es:
• um Menschen,
• um Gesundheit,
• um Risiken,
• um medizinische Einschätzungen,
• um Sicherheit,
• und am Ende oft um sehr sensible Situationen für Angehörige und Patienten.
Wie soll ein Dienstleister verantwortungsvoll handeln,
wenn gleichzeitig relevante Informationen verweigert werden, die für eine sichere Einsatzplanung notwendig sind?
Und manchmal fragt man sich:
Sitzen dort eigentlich noch Menschen? Oder nur noch Systeme welche funktionieren sollen? Und das ohne über die Folgen nachzudenken?
Hauptsache günstig !
Verantwortung bedeutet eben nicht nur:
„Schnell Angebot schicken damit wir den Fall/ Einsatz vom Tisch bekommen. .“
Verantwortung bedeutet:
• prüfen,
• absichern,
• Risiken erkennen/ verstehen,
• medizinische Lage/Transportfähigkeit bei komplexen Erkrankungen/ Verletzungen einschätzen,
• und Entscheidungen treffen, die Menschen am Ende wirklich helfen.
Wir handeln mit Verantwortung, gestern, heute, morgen und zukünftig.
Vielleicht wäre genau von Verantwortung heute bei einigen wieder etwas mehr nötig.
TEAM RUFE-DICH
Von Menschen für Menschen ❤️