30/12/2023
Ich konnte Silvester noch nie gut leiden. Wochen, wenn nicht sogar Monate, im Voraus muss man immer schon wissen, wie man diesen Abend begehen will und jedes Jahr will ich sagen: "Was weiß denn ich, wie ich mich an diesem Tag fühle?!" Nach feiern war mir fast nie zumute, nicht etwa, weil ich besonders traurig gewesen wäre, sondern weil mir an diesem letzten Tag des Jahres das Laute nicht passen will. Für mich ist sowohl das Loslassen des alten als auch das Willkommenheißen des neuen Jahres eher mit ein wenig Ruhe, mit Gemütlichkeit, mit der nötigen Stille um loslassen und neu aufbrechen zu können, verbunden. Seitdem ich Trauerredner bin umso mehr. Ich denke an all die Menschen, die ich in diesem Jahr begleitet habe, an all die Abschiede, an die Tränen, aber auch an das Lachen, an die Dankbarkeit, an die große Liebe, deren Zeuge ich immer wieder werden durfte. Ich denke an alle, die in das neue Jahr gehen ohne den Menschen, der doch sonst so selbstverständlich dazu gehörte. Mein Blick geht in meinen eigenen Kreis, der sich in den vergangenen Jahren schon ein wenig gelichtet hat, aber ich sehe auch die, die nach wie vor hier sind, mit denen ich zusammen loslassen und aufbrechen kann. Schon jetzt weiß ich, dass 2024 von Abschieden geprägt sein wird, privat und natürlich beruflich. Ich will mich darauf einlassen, dieses Loslassen annehmen und so gut gestalten, wie es eben geht. Da ist ganz viel Freude und Neugier, aber auch ein wenig Angst und Sorge. Das darf alles sein, muss einen Platz finden und will gelebt werden. Da sind auch Wünsche und der größte davon ist, dass Frieden herrscht, im Kleinen wie im Großen. Uns allen wünsche ich Mut, Zuversicht, die Möglichkeit des Miteinanders und immer das gute Gefühl, geliebt zu werden. Kommt gut in das neue Jahr.