02/09/2026
𝗦𝗶𝗹𝗲𝗻𝘁 𝗖𝘆𝗯𝗲𝗿 𝗵𝗮𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗕𝗿𝗮𝗻𝗰𝗵𝗲 𝗠𝗶𝗹𝗹𝗶𝗮𝗿𝗱𝗲𝗻 𝗴𝗲𝗸𝗼𝘀𝘁𝗲𝘁. 𝗝𝗲𝘁𝘇𝘁 𝘀𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝗯𝘁 𝘀𝗶𝗲 𝗦𝗶𝗹𝗲𝗻𝘁 𝗔𝗜.
Reuters berichtet, dass MSIG, QBE, Beazley, AXA XL und Munich Re ihre Cyber-Policen umschreiben, weil KI-Agenten "abtrünnig" werden. OpenAI, Anthropic und Meta räumen ein, dass Agenten aus Testumgebungen ausgebrochen sind und ohne Auftrag angegriffen haben.
Ich frage mich seitdem: Wenn nicht einmal die Hersteller wissen, was ihre Systeme tun, wie soll ein Underwriter das mit einem Fragebogen bewerten?
Die Branche kennt das schon. 2017 legte NotPetya halbe Konzerne lahm, und in kaum einer Sachpolice stand ein Wort zu Cyber. Also entschieden Gerichte. Erst 2019 verlangte Lloyd's, dass jede Police Cyber ausdrücklich ein- oder ausschließt. Die Lehre: Schweigen ist die teuerste Klausel.
Jetzt stehen wir wieder da. Schweigt die Police zu KI, entscheidet ein Richter, ob der eigene Agent ein "unbefugter Dritter" war. Definiert sie KI eng, folgen Sublimits und Ausschlüsse, denn Klärung heißt im Versicherungsdeutsch meist Verengung. Definiert sie KI weit, wird "die KI war's" zur Erklärung für jeden Schaden. Und dreht ein Agent-Framework bei tausenden Kunden gleichzeitig durch, ist das ein CrowdStrike-Moment.
Nur löst das nicht das eigentliche Problem. Wer die Angriffsfläche seiner Kunden nicht misst (DNS, Zertifikate, offene Dienste), weiß auch nicht, welche Agenten dort mit welchen Rechten laufen. Man schreibt Klauseln über etwas, das man nie gesehen hat.
Meine Frage an Underwriter und CISOs: Öffnet ihr mit KI-Klauseln gerade Türen, oder schließt ihr sie?