03/06/2026
Als ich meine Ausbildung in der Sterbe- und Trauerbegleitung gemacht habe, dachte ich, ich lerne etwas über das Sterben. Gelernt habe ich vor allem etwas über das Leben.
Der Tod hat mir gezeigt, wie kostbar das Leben ist und wie viel in den kleinen, alltäglichen Momenten steckt. Ich habe gelernt, dass es guttut, über das Sterben zu sprechen, denn es bringt uns näher zu dem, was wirklich zählt.
Und ich habe gespürt, dass am Ende vor allem eines bleibt. Die Liebe und die Verbindung zu den Menschen, die uns wichtig sind. Am meisten zählen die gemeinsamen Momente. Ein Lachen, eine Umarmung, ein vertrautes Gespräch.
Ich habe auch verstanden, dass ich nicht immer die richtigen Worte brauche. Manchmal ist es das Wichtigste, einfach da zu sein und den Raum zu halten.
Seitdem weiß ich, dass Leben und Tod zusammengehören. Sie sind die Gleichzeitigkeit des Lebens. Diese Erfahrung begleitet mich in jede Zeremonie, in jeden Abschied und in jede Hochzeit.
Die Nähe zum Sterben hat mich das Leben mehr schätzen lassen. Dafür bin ich von Herzen dankbar.
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