09/06/2024
Ich habe mich auf den Weg gemacht!
Vor so vielen Jahren bin ich die ersten Schritte gegangen, damals, als mein jetziger Mann nach einer Trauung von lieben Freunden meinte „Was ist das eigentlich für ein Beruf, freier Trauredner? Ich könnte mir das bei dir total gut vorstellen“. Zunächst war da die Idee, es zu versuchen. Neben meinem Marketing-Job ein paar Hochzeiten im Jahr als freie Traurednerin mitgestalten zu dürfen, das wäre doch ein wunderbarer Ausgleich.
Die Marketing-Jobs änderten sich mit der Zeit und irgendwann fragte ich mich: Wieso verbringe ich eigentlich so viel Zeit damit, für andere zu arbeiten, steckst so viel Herzblut und Zeit in etwas, erhältst aber so wenig zurück? Der Gedanke wurde immer lauter, genauso wie dieses Glücksgefühl in meiner Nebentätigkeit, genau das machen zu dürfen, was ich liebe. Das habe ich heute und hoffentlich immer, wenn ich als Rednerin arbeiten darf.
Letztes Jahr war es dann, dass alles zusammenkam: Ich durfte das erste Mal den Abschied für die Mama einer meiner Bräute gestalten, genauso, wie die Angehörigen sich das gewünscht und zu ihrer Ehefrau, Mama und Freundin gepasst hat. Als eine gute Freundin der Verstorbenen danach im Gespräch zu ihrem Partner meinte: „Wenn ich mal sterbe, weißt ja jetzt, wen du anrufen musst!“, kamen mir die Tränen. Genauso, wie als ich aus einem toxischen Arbeitsumfeld herauskam. Die Tränen mussten allerdings nicht lange trocknen, denn ich wusste: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.
Und so habe ich erst einmal viel gelernt, mich weiterentwickelt. Das tue ich immer noch – bei jeder Trauung und jeder Abschiedsfeier. Ich gehe meine Schritte, manchmal auch einen zurück und oft ist es auch ziemlich beschwerlich. Aber ich bin sicher: Ich bin auf dem richtigen Weg und bin jetzt noch so stolz, so glücklich wie am ersten Tag, wenn ich sage: „Ich bin freie Rednerin.“.