WortGefühl - Freie Rednerin

WortGefühl - Freie Rednerin Freie Rednerin (IHK) für Kinderwillkommensfeste, Freie Trauungen und Trauerfeiern in Regensburg und Umgebung Freie Rednerin (IHK), Freier Redner

"Es ist ja nur eine kleine Trauerfeier!" Ein Satz, den ich oft dann zu hören bekomme, wenn es terminlich schwierig wird ...
05/02/2026

"Es ist ja nur eine kleine Trauerfeier!" Ein Satz, den ich oft dann zu hören bekomme, wenn es terminlich schwierig wird den angefragten Abschied zu begleiten und dann scheinbar der Gedanke dahintersteckt, dass prozentual mit der Anzahl der Trauergäste auch meine investierte Arbeitszeit zu- oder abnimmt.

Und die Antwort ist ganz klar: NEIN! Ein jeder Abschied braucht die Zeit, die er nun einmal braucht! Das Angehörigengespräch dauert in der Regel 1,5 Stunden - hin und wieder auch drei Stunden, wenn sich die Angehörigen etwas von der Seele reden möchten. Mir Gedanken darüber zu machen wie ich denn die Rede gestalte, sie dann zu schreiben, mir ein passendes Trauermitgebsel zu überlegen, die Rede einzulesen, die gewünschte Musik auf Stick zu ziehen, Probe zu hören evtl. sogar zu schneiden, dann eine halbe Stunde vor Beginn der Trauerfeier vor Ort zu sein, aufzubauen, als Ansprechpartnerin zu fungieren, dann den Abschied zu begleiten, die Rede zu halten, die Familie mit an das Grab zu begleiten und zum Abschluss noch die Lebensrede in ausgedruckter Form für die Angehörigen vorzubereiten...... Das sind so viele Stunden Arbeit, die nicht das geringste mit der Anzahl der anwesenden Personen zu tun haben.

Ich wäre eine schlechte Trauerrednerin, wenn ich mit den Gedanken an einen Abschied herangehen würde: "Ach für die paar Leute tut´s das schon...!"

Jeder hat einen guten Abschied verdient! Punkt! Und es ist meine Aufgabe diesen so schön wie möglich zu gestalten. Das kostet Zeit, Engagment und Liebe für das was man tut - nur so wird es ein guter Abschied ob für vier oder auch vierhundert Leute die sich von ihrem Herzenmenschen verabschieden müssen!

In diesem Sinne: Klein darf die Anzahl der Menschen sein, die sich verabschiedet aber nie die Liebe die ich in meine Arbeit stecke!

Eure Doris
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Heute ist mal wieder so ein Tag... Während viele meiner Rednerkollegen auf ihren letzten Abschied im Jahr 2025 zurückbli...
30/12/2025

Heute ist mal wieder so ein Tag... Während viele meiner Rednerkollegen auf ihren letzten Abschied im Jahr 2025 zurückblicken - schaue ich zurück auf meinen "ersten Abschied" vor genau fünf Jahren, von dem ich nicht wusste, dass er mein ganzes Leben auf den Kopf stellen würde.

Wir standen am Grab meines Vaters - alle mit Masken im Gesicht. Abgezählt auf 25 Personen. Und es hat sich mir eingebrannt, dass ich fast nichts sehen konnte, weil meine Brille durch meine Tränen so beschlagen war.

Doch alle Corona-Maßnahmen konnten nicht verhindern, dass wir unseren Papa einen würdigen Abschied schenkten. Mit Ausnahmegenehmigungen sorgten wir dafür, dass vier Musiker "seines Musikvereins" verteilt über den Friedhof den größten Wunsch von ihm erfüllten und bei seinem Abschied spielten. Es war den Menschen aus dem Ort verboten ans Grab zu kommen und so stellten sie sich kurzerhand an die eigenen Familiengräber und entlang der Friedhofsmauer um dem "Hans" mit dem viele schon die Schule besucht hatten "auf Wiedersehen" zu sagen. Wir durften uns anschließend nicht mit der Familie und Freunden zu einem "Tröstl" treffen und haben es im engsten Familienkreis dennoch getan. Und ich hab an diesem Tag meine erste Trauerrede gehalten...

Wenn ich heute zurückblicke, dann immer noch mit großer Trauer aber vor allem großer Dankbarkeit, denn dieser Tag hat aus mir den Menschen gemacht, der ich heute bin! An diesem Tag habe ich verstanden wie wichtig ein guter Abschied ist! Schritt für Schritt habe ich für mich einen Weg gefunden meine Trauer in etwas Positives zu wandeln, indem ich nun Familien in dieser schweren Zeit begleite und ihnen einen "schönen" Abschied schenke, der sie in ihrer Trauer trägt.

Denn so dunkel kann die Nacht gar nicht sein, dass nicht doch irgendwo ein kleiner Stern funkelt, der uns lenkt und uns hilft unseren Weg zu finden.

Allen, die einen Herzensmenschen vermissen, wünsche ich, dass wenn sie in den Himmel schauen genau diesen einen Stern funkeln sehen, der sie durch diese Dunkelheit der Trauer führt.

Eure Doris
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Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk erreichte mich gestern per Mail. Und ich blickte zurück auf einen Abschied, der m...
25/12/2025

Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk erreichte mich gestern per Mail. Und ich blickte zurück auf einen Abschied, der mittlerweile über ein halbes Jahr zurückliegt.

Eine Familie - die Kinder noch im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter - mussten nach einer schweren familiären Zeit den Suizid der Mutter verarbeiten, deren Lebensfeier ich begleiten durfte. Und ich nenne es ganz bewusst auch in diesem Fall eine "Lebensfeier" denn es war der ausdrückliche Wunsch der Familie, auch wenn viel vorgefallen war, nur die schönen Erinnerungen aufzugreifen,

Ich schenkte der Familie eine letzte Bergwanderung voller Erinnerungen, die Ihnen so viel Halt und Trost gab, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Denn gestern am Heiligen Abend erreichte mich quasi während der Christmette diese ganz besondere Mail. Darin erzählten sie mir, dass sie, mit meiner Rede im Gepäck, in die Berge zu einem ganz persönlichen Familienort gefahren sind, dort eine Wanderung machten und dabei immer wieder einen Halt einlegten, um ein Stück weit gemeisam die Rede zu lesen und dann in einem persönlichen Ritual nochmal auf besondere Weise Abschied zu nehmen und auch einen Schlusspunkt unter die schweren Zeiten zu setzen.

Was diese Mail in mir persönlich ausgelöst hat, kann selbst ich nicht in Worte fassen. Denn es macht mich unbeschreiblich glücklich aber vor allen Dingen sehr demütig, dass ich es schaffe mit meiner Begleitung, dem Aufleben lassen schöner Erinnerungen und meinen Worten Menschen so zu berühren, dass Sie trotz der Schwere eines solchen Abschieds auch wieder nach vorne blicken können.

So hat mir mein Herzensjob zum Jahresende noch einmal bewusst gemacht, dass eigentlich ich es bin, die durch diese Arbeit auf ganz besondere Weise beschenkt wird!

Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest mit Euren Lieben! Sammelt viele wundervolle Erinnerungen!

Eure Doris
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❤️

Es gibt wenige Fotos die solch intensive Gefühle in mir auslösen, wie dieses, welches heute vor genau 29 Jahren aufgenom...
16/11/2025

Es gibt wenige Fotos die solch intensive Gefühle in mir auslösen, wie dieses, welches heute vor genau 29 Jahren aufgenommen wurde. Mein Sohn Daniel, noch völlig verknautscht und erst wenige Stunden alt, in den Armen meines Papas, der sein erstes Enkelkind im Arm hält.

Wenn ich es ansehe fühle ich tiefe Liebe und größtes Glück - aber gleichzeitig auch tiefe Trauer und Dankbarkeit. Vor allem am Geburtstag meines Sohnes ploppen diese Gefühle immer wieder auf.

Die LIEBE meines Vaters hat mich immer begleitet, ihrer konnte ich mir sicher sein. Auf diese unbeschreibliche große LIEBE zu meinem Sohn war ich nicht vorbereitet. Das GLÜCK das ich an diesem Tag geschenkt bekommen habe ist nicht in Worte zu fassen - meine Kinder sind einfach mein größtes GLÜCK

Doch wenn ich dieses Bild ansehe, dann weiß ich auch was ich verloren habe - die TRAUER ist immer noch groß - mein Papa fehlt mir so unsagbar, obwohl ich weiß er ist nach wie vor auf andere Weise an meiner Seite.

Und dann bin ich DANKBAR, nicht nur dafür, dass ich ihn nach wie vor spüren kann, sondern auch wenn ich meinen Sohn ansehe, der so vieles von seinem Opa in sich trägt - sein Wesen, seinen Humor... - unzählige kleine und große Dinge, die meinen Papa durch Daniel auch wieder in unsere Mitte holen.

Und deshalb fahre ich nachher zu meinem Sohn um ihm zu gratulieren und ganz fest zu umarmen und ein kleines bisschen umarme ich meinen Papa damit gleich noch mit!

Eure Doris
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Auch wenn ich Fotos von mir mir immer sehr kritisch betrachte - aber in diesem sehe ich mich einfach selbst, so wie ich ...
05/11/2025

Auch wenn ich Fotos von mir mir immer sehr kritisch betrachte - aber in diesem sehe ich mich einfach selbst, so wie ich bin. Aber wie genau bin ich denn?

Ich bin...

die, die nicht gerne fotografiert wird und dennoch einen Beruf hat, bei dem sie immer wieder im Blitzlicht steht.

die, die versucht in ihren Reden die schönsten Worte zu finden und dennoch "red wia ihr der Schnalb g´wachsen is"

die, die versucht irgendwie eine Frisur hinzubekommen und dennoch immer aussieht als hätte sie ein Vogelnest auf dem Kopf - den Locken sein Dank....

die, die gerne reist und sich Städte und Länder ansieht aber niemals aus ihrem Heimatort wegziehen würde

die Mama, die versucht ihren Kindern beim Fliegen zuzuschauen und dennoch immer mit dem Sicherheitsnetz hinterher rennt

die, die immer irgendwie ihr eigenes Ding macht es aber dennoch allen recht machen möchte

die, die andere ermahnt auf sich aufzupassen und selbst aber immer noch eine Schippe obendrauflegt

die, die Ordnung liebt und aber alles andere lieber tut als zu putzen

die, die sicher nicht von jedem gemocht wird aber immer versucht alle Menschen so zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchte....

Ihr wollt noch mehr über mich wissen? Denn schreibt mir gerne oder schaut auf meiner Homepage www.wort-gefuehl.com vorbei.

Und wenn ihr mich sympathisch findet, ihr mich vielleicht sogar persönlich kennt und "trotzdem mögt", dann freu ich mich über ein ❤ von Euch. Und wer ein ganz großes ❤ von mir verdient hat, dass ist auf jeden Fall .photography die diese tollen Bilder von mir gemacht hat, von denen ich Euch nach und nach natürlich weitere zeigen werden.......

Eure Doris
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"Wer mich ärgert, bestimme immer noch ich!" Ein Satz, den ich mir heute ganz bewusst in mein Blickfeld gestellt habe, de...
02/11/2025

"Wer mich ärgert, bestimme immer noch ich!" Ein Satz, den ich mir heute ganz bewusst in mein Blickfeld gestellt habe, denn ich versuche gerade noch eine Situation von gestern zu verarbeiten. Es gibt sie einfach, diese Menschen die Dir immer das Gefühl geben irgendwie unzulänglich zu sein.

Gestern traf ich auf eine solche Person, die mich schon meine Leben lang kennt, die ich auch nicht oft sehe, aber wenn ich auf sie treffe, dann werde ich wenn überhaupt nur in einem belehrenden Ton angesprochen. So wie eben gestern, wo es scheinbar ein Kompliment sein sollte, als mir gesagt wurde, dass es die Leute "ganz nett finden" was ich da mache und ich "wohl auf dem richtigen Weg bin"!

Und jetzt komme ich genau an den Punkt wo ich sage: "Bis hierher und nicht weiter!" Denn wenn man keine Ahnung davon hat, wieviel Herzblut ich in meine Arbeit stecke, was meine Begleitung für so viele Angehörige bedeutet, wieviel Kraft sie ihnen schenkt, welche Dankbarkeit und Wertschätzung ich tagtäglich von all diesen Menschen erfahre und wieviele Angehörige sich ganz bewusst für mich als Rednerin entscheiden weil sie meine Arbeit wertschätzen, dannn sollte man - entschuldigung - aber bitte einfach mal die Klappe halten!

Ich bin nicht auf dem Weg - ich bin genau dort wo ich sein möchte! Und das hab ich ich nicht geschafft, weil ich es "ganz nett" mache, sondern weil ich viel Arbeit und Engagement aber vor allem Liebe und Leidenschaft in diese so wertvolle Aufgabe stecke und das lasse ich mir auch nicht schlechtreden!

Eure Doris
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"Darf ich das sagen, dass ich mich auf die Trauerfeier freue?" Diese Frage stellte mir diese Woche ein Angehörige, die s...
29/10/2025

"Darf ich das sagen, dass ich mich auf die Trauerfeier freue?" Diese Frage stellte mir diese Woche ein Angehörige, die schon den Abschied ihrer eigenen Mutter planen musste und nun aber bei der Planung zur Lebensfeier ihrer Schwiegermutter völlig überrascht wurde, welche Möglichlichkeiten es gibt um so eine Feier persönlich und individuell zu gestalten.

Es sind oft nur kleine Dinge, die aber der Familie so viel bedeuten. Wie z.B. der gemeinsame Waldspaziergang um für die Oma, die so gerne in den Wald ging, nochmal Blätter und Zapfen zu sammeln, die man dann statt Rosenblättern mit ins Grab gibt. Oder der Fußball, die rote Aktentasche oder auch das Musikinstrument, das dem/der Verstorbenen gehörte und das als Deko für die Angehörigen oft mehr Schönheit in sich trägt, als der wundervollste Blumenschmuck.

Und so hat sich die Familie von B. auf meine Vorschläge hin, viele Kleinigkeiten überlegt, die wir nun mit in den Abschied miteinbauen werden, nicht um es ganz besonders ausgefallen zu gestalten - ganz im Gegenteil - sondern ausschließlich um das was B. als Mensch ausgemacht hat und die Freude und die Liebe, die sie in das Leben ihrer Familie gebracht hat noch ein letztes Mal zu feiern und in die Mitte zu holen.

Und ich denke: Ja, darauf darf sich die Familie freuen, dass sie B. noch einmal auf ganz besondere Weise bei sich haben wird!

Eure Doris
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Ja, ich verwende in meinen Lebensreden Metaphern und ja, es gibt auch immer Trauermitgebsel passend zur Rede! Und dazu s...
28/10/2025

Ja, ich verwende in meinen Lebensreden Metaphern und ja, es gibt auch immer Trauermitgebsel passend zur Rede! Und dazu stehe ich auch! Warum? Weil ich immer wieder erfahre wie viel die Trauergäste aus meinen Abschieden mitnehmen.

So wie vor wenigen Tagen. Drei Jahre ist es her, dass ich den Abschied von T. begleiten durfte - vergangenen Freitag verabschiedeten wir nun ihren Mann A.. Beim anschließenden "Tröstl", als alle zusammensaßen und sich unterhielten, kam das Gespräch auf den drei Jahre zurückliegenden Abschied von T. , und die Leute wussten noch genau über was ich in meiner Rede damals gesprochen hatte. Warum? Weil ich ihnen ein Bild "gezeichnet" habe, das sie mit sich tragen! Und auch wenn sie sich nicht an jedes Wort erinnern können, so lässt dieses Bild doch die Erinnerungen sofort aufleben wozu natürlich auch das jeweilige Mitgebsel beiträgt.

Ja, auch wenn es vielleicht manchmal belächelt wird, so ist es doch genau mein Stil "Erinnerungsbilder" mit Worten zu malen. Und was könnte es schöneres geben, als auch noch nach Jahren auf eine Lebensrede angesprochen zu werden?

Eure Doris
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"Danke, dass Sie mit mir ganz normal gesprochen haben!" Ein Satz, den mir die Tochter einer Verstorbenen nach unserem Ge...
09/10/2025

"Danke, dass Sie mit mir ganz normal gesprochen haben!" Ein Satz, den mir die Tochter einer Verstorbenen nach unserem Gespräch mit auf dem Weg gab und der mir auch zu denken gab! Denn immer wieder werden trauernde Angehörige unabsichtlich verletzt, wenn man mit Ihnen fast schon mittleidig spricht, sie wie ein Kind behandelt oder Ihnen - was noch viel schlimmer ist - aus dem Weg geht, weil man nicht weiß was man sagen soll....

Natürlich ist es nicht so einfach immer die richtigen Worte zu finden aber gerade das ist es, was man dann auch ansprechen sollte! Ein ehrliches: "Mir fehlen einfach die Worte!" reicht völlig aus - dann ist alles gesagt! Viel schöner ist es jedoch, wenn man Erinnerungen aufleben lässt wie etwa: "Der leckere Apfelkuchen Deiner Mama wird mir immer in Erinnerung bleiben!" oder "Das Winken Deines Vaters wenn er am Gartenzaun stand, das wird mir fehlen!" Solche Kleinigkeiten anzusprechen, das tut den Angehörigen nicht nur gut, sondern es hilf auch ungemein in der Trauer, denn es zeigt Ihnen, dass er oder sie Spuren hinterlassen hat - nicht nur innerhalb der Familie!

Wie dankbar die Familien sind, wenn man einfach "normal" mit ihnen spricht, das erfahre ich tagtäglich, denn so groß die Angst vor dem Angehörigengespräch meist ist, so sagen sie hinterher oft: "Das hat jetzt einfach gut getan und es war ein richtig schönes Gespräch!" Warum? Weil ich nicht nach Krankheit und Leid frage sondern nach den Macken, die derjenige hatte und an die sich die Hinterbliebenen dann in der Regel mit einem Schmunzeln erinnern. Natürlich wird geweint aber meist noch vielmehr gelacht und gerade das bringt die Welt, die ja aus allen Fugen geraten ist, wieder etwas ins Gleichgewicht.

Wenn Ihr also das nächste Mal auf jemanden trefft, der gerade einen Herzensmenschen verloren habt, dann wendet Euch nicht ab sondern sprecht einfach ehrlich aus, wenn Ihr gerade etwas überfordert seid oder schenkt demjenigen eine stille Umarmung - mehr braucht es nicht um dann "ganz normal" ins Gespräch zu kommen.

Eure Doris
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"Sind denn fünf Trauerfeiern pro Woche viel?" Diese Frage stellte mir dieser Tage ein junger Bestattungsmitarbeiter, als...
23/08/2025

"Sind denn fünf Trauerfeiern pro Woche viel?" Diese Frage stellte mir dieser Tage ein junger Bestattungsmitarbeiter, als wir auf mein Arbeitspensum zu sprechen kamen. Also ich kann für mich diese Frage mit der klaren Antwort "Eigentlich schon grenzwertig viel" beantworten. Denn ja natürlich sieht auch ein Bestatter nur diese 45 Minuten in der Trauerhalle oder auf dem Friedhof, doch das was dahintersteckt - nämlich 10-12 Stunden Arbeitsaufwand - ist eben nicht so offensichtilich.

Ein Angehörigengespräch kann von 1,5 -3 Stunden dauern - ohne Anfahrtszeiten. Dann geht es natürlich an das Schreiben der Rede - hier kommt es nicht selten vor, dass ich mich erst noch mit einem Thema näher beschäftigen muss, wenn der Verstorbene z.B. ein leidenschaftlicher Segler war und ich davon nicht die geringste Ahnung habe. So nimmt natürlich das Schreiben der Rede und die Planung der Zeremonie die meiste Zeit in Anspruch.

Oft müssen auch noch Details mit Bestattern, Angehörigen etc. geklärt werden. Rituale wie etwa ein Lichterritual oder auch die Mitgabe der kleinen Trauermitgebsel wollen geplant und vorbereitet werden. Ein wichtiger Faktor ist auch die Musik mit Gema-Meldung, Titel runterladen, alle Lieder probehören und ggf. zuschneiden, damit kein Applaus o.ä. zu hören ist...

Ist alles soweit vorbereitet wird jede Lebensrede mehrmals laut eingelesen - nicht nur um textsicher zu werden, sondern auch um die Trauergäste durch die Art des Vortrags bei der Rede auch wirklich "mitzunehmen".

Ist all das getan, dann fahre ich zum Friedhof und bin dabei mindesten 30 Minuten vor Beginn vor Ort. Die Trauerfeier selbst- also das was man tatsächlich sieht - ist zeitlich gesehen eigentlich der geringste Aufwand. Denn das was "so leicht aussieht" das bedeutet vorab sehr viel Arbeit, mit dem Wissen, dass man als Redner immer nur eine(!) Chance hat "abzuliefern", somit eine unglaublich große Verantwortung trägt und deshalb auch dementsprechend vorbereitet sein muss!

Ich denke alle Redner/innen die ihren Job mit dem gleichen Herzblut machen wie ich, werden mir also zustimmen - bei fünf Trauerfeiern pro Woche gibt es mehr als genug zu tun!

Eure Doris
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"Sowas passt einfach nicht zu uns!" Das war die klare Aussage eines meiner Brautpaare, als wir auf eine symbolische Hand...
29/07/2025

"Sowas passt einfach nicht zu uns!" Das war die klare Aussage eines meiner Brautpaare, als wir auf eine symbolische Handlung im Rahmen ihrer Freien Trauung zu sprechen kamen. So gut ich das verstehen kann, so finde ich es doch einfach schön die Zeremonie etwas aufzulockern und da diese Punkt auch immer mit Musik unterlegt wird, hatte ich irgendwie das Gefühl, dass etwas fehlt.....
...aber dann hatte ich eine Idee, die auch mein Hochzeitspaar sofort ansprach! Jeder der beiden würde sich einen Song aussuchen, den er dem jeweils anderen im Laufe der Freien Trauung "schenken" würde.

Und ich kann Euch sagen, das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich diesen Vorschlag einem meiner Paare unterbreitet habe! Denn es war wunderschön, wie viel Mühe sich die beiden gaben, um genau diesen einen ganz besonderen Song zu finden, der ausdrückt was man dem anderen sagen möchte - der beschreibt was man fühlt - der all die Liebe in sich trägt die man "verschenken" möchte.

Als dann diese "Lieder-Geschenke" gespielt wurden, waren es nicht nur die Tränen des Brautpaares die flossen, sondern auch die der Gäste, denn schöner oder persönlicher hätten diese Momente nicht sein können.

In diesem Sinne - es braucht manchmal nicht viel Aufwand um etwas ganz großes entstehen zu lassen.....

Eure Doris
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"Ich weiß da immer gar nicht was ich schreiben soll!" So oder ähnlich sind oft die Aussagen wenn es um das Schreiben von...
26/06/2025

"Ich weiß da immer gar nicht was ich schreiben soll!" So oder ähnlich sind oft die Aussagen wenn es um das Schreiben von Trauerkarten geht - bevor man "etwas Falsches" schreibt, lässt man es lieber ganz. Und das ist einfach nur schade! Denn sehr oft, wenn ich eine Familie besuche, um mir die Lebensgeschichte ihres Herzensmenschen erzählen zu lassen, zeigen sie mir die erhaltenen Karten von Freunden und Bekannten. Sie ziehen daraus unglaublich viel Kraft, freuen sich dass der Verstorbene Spuren hinterlassen hat und wertgeschätzt wurde.

Doch was kann ich tun wenn ich unsicher bin, den Verstorbenen gar nicht so gut kannte, aber mit einem Familienmitglied befreundet bin oder wenn mir aufgrund eines tragischen Todesfalles wirklich die Worte fehlen? Einfach ehrlich sein! Was spricht dagegen zu schreiben "Mir fehlen die Worte doch Ihr sollt wissen, dass ich an Euch denke" oder "Ich kannte Deinen Vater nicht so gut, dennoch ist mir seine herzliche Art wenn ich Dich besuchte immer noch in guter Erinnerung" ... es gibt so viele Möglichkeiten den Angehörigen zu sagen, dass sie in ihrer Trauer nicht allein sind und man ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit wünscht.

Falsch kann man dabei nur etwas machen, wenn man eben nichts macht! Und wer es sich überhaupt nicht zutraut ein paar persönliche Worte zu schreiben, der schickt vielleicht ein kleines Erinnerungslicht, das die Familie dann entzünden kann, denn das Schönste was man in der Trauer erfahren kann, ist die Anteilnahme von lieben Menschen und das Wissen, dass der verstorbene Herzensmensch nicht vergessen wird!

In diesem Sinne vertraut einfach Eurem Gefühl dann kommen die richtigen Worte von ganz allein!

Eure Doris
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