05/02/2026
"Es ist ja nur eine kleine Trauerfeier!" Ein Satz, den ich oft dann zu hören bekomme, wenn es terminlich schwierig wird den angefragten Abschied zu begleiten und dann scheinbar der Gedanke dahintersteckt, dass prozentual mit der Anzahl der Trauergäste auch meine investierte Arbeitszeit zu- oder abnimmt.
Und die Antwort ist ganz klar: NEIN! Ein jeder Abschied braucht die Zeit, die er nun einmal braucht! Das Angehörigengespräch dauert in der Regel 1,5 Stunden - hin und wieder auch drei Stunden, wenn sich die Angehörigen etwas von der Seele reden möchten. Mir Gedanken darüber zu machen wie ich denn die Rede gestalte, sie dann zu schreiben, mir ein passendes Trauermitgebsel zu überlegen, die Rede einzulesen, die gewünschte Musik auf Stick zu ziehen, Probe zu hören evtl. sogar zu schneiden, dann eine halbe Stunde vor Beginn der Trauerfeier vor Ort zu sein, aufzubauen, als Ansprechpartnerin zu fungieren, dann den Abschied zu begleiten, die Rede zu halten, die Familie mit an das Grab zu begleiten und zum Abschluss noch die Lebensrede in ausgedruckter Form für die Angehörigen vorzubereiten...... Das sind so viele Stunden Arbeit, die nicht das geringste mit der Anzahl der anwesenden Personen zu tun haben.
Ich wäre eine schlechte Trauerrednerin, wenn ich mit den Gedanken an einen Abschied herangehen würde: "Ach für die paar Leute tut´s das schon...!"
Jeder hat einen guten Abschied verdient! Punkt! Und es ist meine Aufgabe diesen so schön wie möglich zu gestalten. Das kostet Zeit, Engagment und Liebe für das was man tut - nur so wird es ein guter Abschied ob für vier oder auch vierhundert Leute die sich von ihrem Herzenmenschen verabschieden müssen!
In diesem Sinne: Klein darf die Anzahl der Menschen sein, die sich verabschiedet aber nie die Liebe die ich in meine Arbeit stecke!
Eure Doris
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