21/05/2022
Warum Erlebnispädagogik?
Mit dem zunehmenden angestrebten Sicherheitsgefühl der Menschen wird der Platz für besondere Ereignisse im Alltag immer rarer. Dennoch strebt die Neugier des Menschen nach etwas Besonderem. Nicht ohne Grund boomt die Branche der Veranstalter für besondere Erlebnisse. Mit dem nötigen Kleingeld kann man heutzutage alle gewünschten Erlebnisse auf Knopfdruck buchen. Sei es eine Ballonfahrt, der Bungeesprung von einem Hochhaus oder die Besteigung des Mount Everest. Auch im Bereich der Sozialwissenschaften ist der Trend angekommen. So wuchert die Erlebnispädagogik an allen Stellen aus dem Boden. Im Gegensatz zu den Freizeitaktivitäten, will die Erlebnispädagogik aber etwas beim Menschen bewirken. Durch ihre Facettenvielfalt und ihrer großen Einsatzmöglichkeit in verschiedenen Gesellschaftsbereichen, hat sie die Möglichkeit den Menschen zu lehren und zu erziehen.
Erlebnispädagogik soll in erster Linie Spaß machen und setzt eine freiwillige Teilnahme voraus. Sie ist eine ganzheitliche, ressourcen- und handlungsorientierte Methode des Lernens und Erziehens, vorwiegend in der Natur. Anders als bei den gängigsten Lern- und Erziehungsmethoden, setzt die Erlebnispädagogik ihren Fokus auf das „Learning by Doing“. Durch das eigene Agieren in und mit der Natur, sollen die TeilnehmerInnen nicht nur ihre kognitiven, sondern auch ihre affektiven und physischen Fähigkeiten zum Lernen einsetzen. Um dies zu gewährleisten, braucht eine erlebnispädagogische Maßnahme eine nicht alltägliche Gegebenheit. Um diese Gegebenheiten zu intensivieren gebraucht sie einen Ernstcharakter, bei der auch die persönliche Sicherheit infrage gestellt wird. Erlebnispädagogik stellt hierfür den Raum, um außerhalb des komfortablen Bereiches, dennoch innerhalb des Entwicklungsbereiches, Erfahrungen zu sammeln. Um diese Erfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung und das alltäglichen Leben brauchbar zu machen, bedarf es der Reflexion und dem Transfer.