14/05/2026
Nach 50 Jahren habe ich endlich erkannt:
Ich bin nicht die Müllhalde.
Und nicht die Stadtreinigung.
Nicht der Ort,
wo alle ihren emotionalen Müll abladen.
Und auch nicht der,
der automatisch alles wegräumen muss
und sich dann noch verantwortlich fühlt.
Neulich sagt ein Unternehmer zu mir:
„Mitarbeiter, Familie, Freunde –
alle kippen ihren Kram vor mir aus.
Und ich denke sofort:
Okay, ich muss das jetzt lösen.“
Genau da lag das Muster – auch bei mir lange Zeit:
Andere bringen ihre Themen.
Ich scanne, sortiere, beruhige, trage.
Und irgendwann glaube ich:
Wenn es vor mir liegt, gehört es mir.
Wenn alle zu mir kommen, bin ich zuständig.
Das Ergebnis:
Ich bin immer „on“.
Echte Ruhe fühlt sich fast falsch an.
Heute habe ich für mich einen anderen Satz gewählt:
Ich kann sehen, ohne alles zu übernehmen.
Ich kann da sein, ohne alles zu lösen.
Ich darf unterscheiden zwischen:
Was sehe ich?
Was gehört zu mir?
Wofür übernehme ich Verantwortung –
und wofür nicht?
Für Unternehmer ist das keine Kleinigkeit.
Es ist der Unterschied zwischen:
ständig Retter spielen
und wirklich führen.
Retter räumen hinter allen her.
Führungskräfte setzen Grenzen,
damit Systeme sich selbst regulieren können –
und sie selbst nicht daran kaputtgehen.
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