26/04/2026
"Unsere Zeit wird als das Zeitalter der Angst bezeichnet, und ich denke, das trifft es wohl ganz gut. Wir wissen nicht mehr, worauf wir uns stützen können. Wenn wir unsicher sind, was sicher ist, wenn die Welt und unsere Weltanschauung alle paar Monate neu definiert werden, werden wir ängstlich. Verständlicherweise wollen wir diese Angst so schnell wie möglich loswerden. Mir geht es jedenfalls so. Doch um heute eine gute Führungskraft zu sein – sei es ein guter Pastor, Manager, Elternteil, Lehrer oder auch ein guter Bürger –, müssen wir in der Lage sein, ein gewisses Maß an Angst und Furcht auszuhalten und geduldig zu ertragen. Höhere Führungspositionen erfordern Führungskräfte, die mit größerer Angst umgehen können. Führungskräfte, die keine Angst aushalten können, werden uns niemals zu etwas Gutem oder Neuem führen.
Wahrscheinlich sagt die Bibel deshalb fast 150 Mal: „Fürchtet euch nicht!“ Wenn wir ein gewisses Maß an Angst und Furcht nicht ruhig aushalten können, suchen wir immer nach einem Weg, sie loszuwerden. Das, was wir nicht annehmen können, gibt uns zwar eine Identität, aber eine negative. Es ist keine Lebensenergie, es ist Todesenergie.
Können wir erkennen, wie anders die Alternative von Glaube und Vertrauen ist? Glaube kann nur auf einem vollkommen positiven inneren Zustand aufbauen, und sei er noch so klein. Gott braucht nur ein inneres „Ja“, um anzufangen, einen winzigen, von Liebe erfüllten Zustand – nicht von Angst –, der offen für Gnade ist."
Richard Rohr, The Wisdom Pattern: Order, Disorder, Reorder (Franciscan Media, 2020), 32–33
Jesus said to his disciples, “Do not let your hearts be troubled. Have faith in God. Have faith also in me.”—John 14:1 Father Richard Rohr reflects on the