08/07/2026
Eine KI wertet deine GAEB-Ausschreibung in 15 Minuten aus.
Trefferquote über 90 Prozent. ⚙️
Klingt nach einem guten Deal. Zwei Stunden Arbeit auf eine Viertelstunde gedrückt.
Diese Woche überbieten sich die Meldungen: KI-Agenten für GAEB, Export nach .x83, ganze Software-Allianzen, die den Vergabeprozess umbauen.
Ich baue selbst solche Werkzeuge. Also nehmt es mir nicht als Bremserei ab, wenn ich eine Frage stelle, die in keiner dieser Meldungen steht:
Wer haftet für die anderen 10 Prozent?
25 Jahre TGA haben mir eins beigebracht: In der Ausschreibung ist die falsche Position teurer als die langsame. Eine übersehene Menge, ein vertauschtes Schema, eine Position, die im Hauptauftrag doch nicht drin war — das fällt nicht in der Viertelstunde auf, sondern im Nachtrag, im Streit, in der Schlussrechnung.
90 Prozent Trefferquote heißt eben auch: Jede zehnte Position will geprüft sein.
Und die Prüfung ist genau die Fachaufgabe, die keine KI dem Planer abnimmt — weil am Ende dein Name unter dem Leistungsverzeichnis steht, nicht der des Tools.
Deshalb baue ich unter TGAassist anders. Der GAEB Konverter respektiert die Schema-Welt, in der ihr wirklich arbeitet — DA 3.2 für die eine AVA-Software, 3.3 für die andere. Kein Format-Bruch, kein Blindflug.
Die KI übernimmt die Fleißarbeit, die letzte Kontrolle bleibt beim Planer. Und deine Daten bleiben bei dir — plattformunabhängig, bewusst nicht auf einem US-Hyperscaler.
Ab Dezember gilt die reformierte Produkthaftung, SaaS zählt dann ausdrücklich als Produkt. Wer heute Verantwortung wegautomatisiert, bekommt sie morgen zurück.
Effizienz ja. Aber nie auf Kosten der Normgerechtigkeit. Eine Ausschreibung in 15 Minuten, die im Streit auseinanderfliegt, war nicht schnell — sie war teuer.
Die Geschwindigkeit verkauft das Tool. Die Verantwortung bleibt beim Menschen.
Wie haltet ihr es: KI-Vorschlag blind übernehmen oder Position für Position gegenprüfen? 👇
Thomas Wolff, Staatl. gepr. Techniker HLK