18/08/2026
18.08.2010 – heute vor genau 16 Jahren.
Damals war ich ein junger Unternehmer. Voller Ideen, Ziele und mit dem festen Willen, etwas aufzubauen und erfolgreich zu sein.
Ich wollte es allen recht machen. Für jeden da sein. Verantwortung übernehmen. Kunden zufriedenstellen, Mitarbeiter nicht hängen lassen – und zeigen, dass ich es schaffen kann.
Um nahezu jeden Preis.
Gerade in der Eventbranche bedeutete das: Wochenenden, Nachtarbeit, Veranstaltungen bis tief in die Nacht. Kaum Schlaf – am nächsten Morgen wieder ins Büro.
Der Blick immer nach vorne: das nächste Projekt, der nächste Auftrag, das nächste Ziel.
Bis mein Herz sagte: Stopp.
Am 18. August 2010 hatte ich einen Herzinfarkt.
Ich denke ungern an diese Zeit zurück. Aber 16 Jahre später weiß ich, wie viel sie mich gelehrt hat.
Denn die Belastung eines Unternehmers besteht nicht nur aus den Stunden, in denen andere einen arbeiten sehen. Es sind auch die Stunden, in denen niemand zuschaut:
Gedanken nachts im Bett. Verantwortung für Mitarbeiter. Offene Kundenrechnungen, während Löhne, Finanzamt, Versicherungen und Lieferanten pünktlich bezahlt werden wollen.
Du bist vielleicht nicht im Büro – aber dein Kopf arbeitet weiter.
Work-Life-Balance ist als Unternehmer leichter gesagt als getan. Unternehmertum bedeutet Verantwortung, Risiko und manchmal Verzicht.
Aber eines sollte es niemals bedeuten: sich selbst dabei zu verlieren.
Wenn ich jungen Unternehmerinnen und Unternehmern heute etwas mitgeben darf:
Seid ehrgeizig. Habt große Ziele. Arbeitet hart. Baut etwas auf, auf das ihr stolz seid.
Aber verliert euch selbst nicht aus den Augen.
Nicht jeder Auftrag muss angenommen werden. Nicht jeder Mensch muss zufriedengestellt werden. Nicht jedes Problem muss heute Nacht gelöst werden.
Wir haben nur dieses eine Leben.
Ich musste das auf eine ziemlich deutliche Art lernen.
Heute erinnert mich der 18. August daran, immer wieder den eigenen Kurs zu überprüfen.
Passt auf euer Unternehmen und die Menschen um euch herum auf – aber vergesst dabei euch selbst nicht. ❤️