02/06/2023
"Mein Job ist so schei*e, ich will nicht mehr..."
Marie geht nach einem anstrengenden Tag nach Hause und fühlt sich völlig ausgelaugt und ist sauer, weil die Kunden so unzufrieden sind, schon mit schlechter Laune in den Austausch gehen und alles auf ihr abladen, ja geradezu auf ihr herumtrampeln. Sie fühlt sich ungerecht behandelt und fragt sich, ob sie in diesem Job wirklich noch richtig ist. Und mit jedem missgelaunten Kunden fragt sie sich das mehr und mehr.
Unter den Kollegen gibt es auch nur Knatsch, weil alle unzufrieden sind. Und so baut sich die Spannung immer weiter auf, die schnell sogar greifbar ist.
Wenn wir aber Marie’s Tag genauer beleuchten, sehen wir, dass die Kunden neutral oder sogar gut gelaunt gekommen sind und "nur" Marie’s negative Energie gespiegelt haben. Die Energie, die ihnen entgegenkam, als sie auf Marie zugekommen sind.
Sie fühlten sich nicht willkommen. Und mit dem beißenden, genervten Unterton in der Begrüßung und des ganzen Kaufvorgangs wird das Kauferlebnis des Kunden zu einem weiteren Punkt auf der Liste der Service-Wüste-Unternehmen.
Marie weiß das nicht. Sie fühlt sich wie immer schlecht behandelt und hadert weiter mit ihrem Leben und ihrem Job. Der Kunde hingegen fragt sich ernsthaft, ob er in Zukunft nicht besser woanders kauft. Denn, was ist, wenn er eine ausführliche Beratung braucht? Eine angespannte, missgelaunte Verkäuferin fragt er natürlich nicht gern. Wer rennt schon freiwillig in das offene Messer?
Ein Freund des Kunden fragt ihn, ob er weiß, wie es dort war, weil er ebenfalls etwas braucht, was dort zu haben ist. Was sagt der erfahrene Kunde? Alles super, kann ich nur empfehlen? Na sicher nicht. Er rät seinem Freund ab, weil dort alle Mitarbeiter unfreundlich sind und lieber in Ruhe gelassen werden wollen. Und das schlechte Image nimmt seinen Lauf...